Home Praxis Jagdoptik-Pflege: Ruhig mal unter den Wasserhahn!

Jagdoptik-Pflege: Ruhig mal unter den Wasserhahn!

Mit kaltem Wasser lässt sich grober Schmutz auf Linsen und Fernglasgehäuse gut entfernen.


Wer einige Grundsätze beachtet, brauch keine Angst zu haben, dass seine Jagdoptik dadurch Schaden nimmt, wenn man ihr etwas Pflege angedeihen lässt. So wirds gemacht:

Zunächst wischt ein Optikpinsel – ohne Druck – Staub oder Sandkörner von den Objektiv- und Okularlinsen. Ginge man sofort mit einem Tuch daran, könnten sie von feinen Körnchen verkratzt werden. Zum Abwischen der Linsen (zwischendurch anhauchen) eignen sich Mikrofasertücher, wie sie aus gutem Grund Neugeräten beiliegen. Mit dem Mikrofasertuch kann man auch seine Brille putzen: „Schmiert“ es irgendwann, einfach in handwarmem Wasser mit Haarshampoo waschen, dann ausspülen.

Vorsicht: Selbst ein verlockend weicher Pullover, Tücher aller Art, Einweg-Taschentücher (Zellstoff-Fasern wirken wie Schmirgelpapier!) oder alkoholgetränkte Brillenputztücher (dto.; sie greifen u.U. sogar Kunststoff-Brillengläser an) können besonders Außenlinsen älterer Geräte, die keine so harte Vergütung haben, verkratzen!

Optik-Lederläppchen beseitigen an herkömmlich vergüteten Außenlinsen lästige Fingerabdrücke oder Spritzwasserflecken; auch dabei ruhig mal die Linsen anhauchen. Gegen hartnäckige Flecken hilft in sparsamer Dosierung Alkohol (98 %) aus der Apotheke. Zu häufig angewendet, kann er die Vergütung ablösen. Die Außenlinsen hochwertiger Jagdoptiken sind heute aber durch eine zusätzliche wasser-/ schmutzabweisende Nanobeschichtung geschützt: ein wichtiger Kaufaspekt.

In extremen Jagdsituationen bleibt die Optik nicht von Schlammspritzern, Wild-Schweiß oder Salzwasser-Gischt verschont. Dann ist es gut, die Linsen und den Fernglaskörper (etwas Vorsicht bei herkömmlicher Außenjustierung und der Zielfernrohr-Justierung) unter fließendes Wasser zu halten, danach die Linsen mit einem Mikrofasertuch trocknen.

Talkum-Puder verhindert zeitiges Altern von Gummi-Okularstülpmuscheln und z.B. von Gummi-Geschirr an Spektiven. Wer noch einen Leder-Tragriemen mag, gönnt ihm ab und an etwas Fett.