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Jagd im Mai: Wo finde ich die Rehböcke?

Christian Schätze © dlv
Christian Schätze
am
Dienstag, 30.04.2019 - 16:22
Rehbock mit Bastgehörn im Mai © Julia Kauer
Am 1.Mai beginnt in vielen Bundesländern die Bockjagd.

Maiböcke im Waldrevier

Die besten Ecken im Waldrevier: Strukturreiche Plätze sind am erfolgversprechendsten. Dabei sind Stellen mit vielen unterschiedlichen Baumarten, Alter und Durchforstungsgraden erste Wahl. Lichtungen an denen die Morgensonne hinscheint sind perfekt, denn im Mai kann es morgens noch empfindlich kalt sein. Daher sind im Wald die Rehe oft noch bis in den späten Vormittag aktiv. Etwa eine halbe bis eine Stunde nach Sonnenaufgang ist die höchste Aktivität.

Vorbereitung: In kleinen Waldrevier ist das Rehwild meist schwer zu entdecken, da es viele Möglichkeiten hat, sich zu verbergen. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken über die Sitzwahl zu machen. Plätze mit Salzlecken sind beispielsweise immer eine sichere Adresse. Das Rehwild zieht es gerade zu Beginn der Jagdsaison regelmäßig dort hin. Eine Wildkamera gibt Aufschluss darüber, wann welche Böcke erscheinen.
Die Hochsitze sollten rechtzeitig vor dem 1. Mai freigeschnitten werden. Denn es kommt oft vor, dass im vergangenen Jagdjahr Äste in eine Schussschneise gewachsen sind, die im entscheidenden Moment die Sicht versperren.

Die Pirsch im Wald ist meist störender als alles andere

Jagd: Im Wald ist es nicht nur schwer, das Wild rechtzeitig zu entdecken, auch Ansprechen und Erlegen müssen deutlich schneller geschehen als im Feld. Deswegen bietet sich ein variables Zielfernrohr mit variabler Vergrößerung (z. B. 2 bis 12-fach) an. Ein Fernglas ist damit überflüssig.
Die Pirsch im Waldrevier ist meist störender als alles andere. Daher sollte darauf verzichtet werden, oder nur in Ecken gepirscht werden, die gut einzusehen sind. Hatte man Waidmannsheil, empfiehlt es sich sitzen zu bleiben. Denn Jährlinge stehen oft noch mit ihren Geschwistern zusammen. Wer geduldig ist und die Augen offen hält, bekommt vielleicht noch ein weiteres Stück.


Jung oder mehrjährig?: Im Mai gilt die Konzentration schlecht veranlagten Jährlingen. Schwache mehrjährige Böcke sowie Schmalrehe stehen ebenfalls auf dem Plan.

Maiböcke im Feldrevier

Für die Feldjagd werden bereits im März/April am Raps leichte Klappleitern aufgestellt.

Die besten Ecken im Feldrevier: Zu Beginn der Jagdzeit gilt die Aufmerksamkeit den Rapsfeldern. Denn gerade zu Beginn der Jagdzeit stehen dort die Rehe wegen der guten Äsung noch in Sprüngen zusammen. Das erleichtert das Ansprechen.
Gute Plätze sind aber auch Viehweiden, auf denen frisches Grün sprießt. Im Mittelgebirge sind vor allem Hanglagen interessant, die von der Sonne gut beschienen werden.

Vorbereitung: Die Rehwildjagd beginnt bereits in den Monaten März und April mit dem Fotografieren und Bestätigen. Am Computer können die Bilder dann bzgl. Geschlechterverhältnis und schwachen Stücken ausgewertet werden. Habe ich mir einen Überblick verschafft, werden die Hochsitze kontrolliert und wenn nötig repariert. An großen Rapsschlägen (ab 50 Hektar) stelle ich zudem leichte Klappleitern auf.

Jagd: Der Morgenansitz ist deutlich effektiver, vorallem 30 Minuten bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang. Da es im Feldrevier weniger Deckung als im Wald gibt, pirsche ich jedoch erst zum Sitz, wenn das Licht reicht, Wild sicher anzusprechen. Zudem habe ich immer einen Schießstock (Dreibein) und meinen Sitzrucksack dabei.

Jung oder mehrjährig?: Auch wenn ich zu Beginn der Jagdzeit vor allem Jährlinge bejage, sage ich auch bei mehrjährigen Böcken nicht nein. Die sollen jedoch schwach oder mindestens fünf Jahre alt sein. Da das Rehwild im Feldrevier in der Regel deutlich stärker als im Waldrevier ist, ist die Freigabe entsprechend gestalten. So gebe ich Jagdgästen grundsätzlich im Wildbret schwache Schmalrehe, alle Spießer (AK I und II) sowie unter Lauscher hohe Gabler frei.