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Hundeausbildung: Begleithund oder Jagdhund – Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Dienstag, 21.06.2022 - 12:45
Wilma äugt © LE
Neben den jagdichen Aufgaben, soll Wilma auch im Alltag als Begleithund fungieren.

Der Ursprung jeder Hunderasse liegt darin, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Die Verpaarungen der Elterntiere folgte auf der Grundlage bestimmter gewünschter Eigenschaften. Je besser diese ausgeprägt waren, umso größer waren die Chancen, dass diese zur Zucht verwendet werden. Daraus folgt, dass die gewünschten Eigenschaften in unterschiedlicher Intensität bei den Nachkommen zutage kommen.

Hunde begleiten den Menschen schon seit geraumer Zeit und haben in dieser Partnerschaft immer wichtige Aufgaben übernommen: Sie haben unter anderem das Vieh gehütet und vor Raubtieren geschützt, das Wild bei der Jagd aufgestöbert und aus dem Wasser apportiert. Alle ihre physiologischen Merkmale sind genau auf ihre Aufgaben ausgerichtet, so haben zum Beispiel Schweißhunde lange Behänge, damit diese die Schweißfährte wie Scheuklappen umschließen und eine Verleitung geringer wird.

Was passiert also, wenn man einem Hund etwas völlig untersagt, wozu er eigentlich gezüchtet wurde? Es wird mit aller Wahrscheinlichkeit zu einer Disharmonie zwischen Hund und Halter und den jeweiligen Lebensumständen kommen.

Der Jagdhund ist auch ein Begleithund

Ich sehe immer wieder, dass sich Personen vom Aussehen mancher Hunde verleiten lassen und diesen aufgrund dessen als Begleiter wählen, ohne sich vorher mit den Rasseeigenschaften auseinandergesetzt zu haben. Das mag in einigen Fällen auch gut gehen, in den meisten kann es aber zu Problemen führen. Auch unter Jägern und ihren Jagdhunden ist nicht immer alles harmonisch. Nur weil ein Jagdhund jagen darf, heißt es nicht, dass damit die Arbeit gut ist. Die jagdliche Arbeit erfordert eine konsequente Ausbildung.

Bei der Ausbildung von Freddy bin ich "zweigleisig" gefahren. Er ist sowohl Jagdhund, als auch Begleithund.

Zu der Ausbildung gehört selbstredend die Erziehung und der Grundgehorsam. Diese Bereiche lassen sich prima mit der Grundausbildung eines Begleithundes kombinieren. Deshalb arbeite ich grundsätzlich mit Wilma, neben jagdlichen Lektionen, auch Begleithundeaufgaben. Für mich gibt es da kein entweder oder. Ein guter Jagdhund ist ebenfalls ein guter Begleithund. Das strikte Trennen halte ich für kontraproduktiv. Es bedingt sich schließlich. Ein Jagdhund jagt ja auch nicht 24/7, sondern soll auch im Alltag funktionieren und in für ihn fremden Stresssituationen ruhig und gelassen bleiben. Ob am Ende eine Begleithundeprüfung gemacht wird, ist jedem selbst überlassen.

Mit meinem brauchbaren Golden Retrieverrüden Freddy habe ich auch neben der jagdlichen Ausbildung einen Begleithundekurs besucht und finde diese Kombination sehr gut. Letztendlich ist es aber jedem freigestellt, wie er seinen Hund ausbildet. Wichtig ist nur, dass der Hund die körperliche und geistige Auslastung bekommt, die er braucht.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.


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