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Hund hat Kröte gefressen: Sind Erdkröten giftig für Hunde?

Univ. Doz. Dr. Armin Deutz © dlv
Univ. Doz. Dr. Armin Deutz
am
Samstag, 10.04.2021 - 15:55
Erdkröte_AdobeStock_288785915 © zimuwe - stock.adobe.com
Erdkröten gehören zu den am weitesten verbreiteten Amphibien.

Nun im Frühjahr wenn die Temperaturen steigen, erwachen Amphibien wie beispielsweise Erdkröten aus ihrer Winterstarre. Sie suchen dann ihre Laichgewässer auf. Besonders bei Kröten sind die massenhaften Wanderungen bekannt. Die kleinen Tiere bringen jedoch eine Gefahr mit sich: Erdkröten wie auch Feuersalamander tragen Giftdrüsen, die bei Hunden und Katzen Vergiftungserscheinungen auslösen können. In seltenen Fällen können Hunde nach einem Kontakt oder einer Aufnahme dieser Amphibien sogar verenden. Besonders junge neugierige Hunde sind gefährdet, mit Kröten zu „spielen“ oder sie sogar zu fressen. Die Giftstoffe sind auch für Menschen giftig – Handschuhe schützen.

Große Giftdrüsen zwischen Augen und Kopf

Erdkröten mit ihrer typischen plumpen Gestalt und warzigen Haut zählen zu den häufigsten Amphibien. Sie leben überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv in Mischwäldern, Streuobstwiesen und parkähnlichen Landschaften. Aber auch in Gärten, Dörfern und selbst kleineren Städten – und damit in unmittelbarer Nähe zu Hunden – kann man sie finden. Erdkröten werden erst mit rund drei Jahren geschlechtsreif. In Massenwanderungen begeben sie sich zu den Laichgewässern. Dort legen die Weibchen ihre Eier in den typischen Laichschnüren ab. Kröten ernähren sich von Insekten, Würmern, Schnecken sowie Spinnen und anderem Kleintieren.

Zur Abwehr von Fressfeinden besitzen Kröten Hautdrüsen, die Gifte produzieren und auch einen gewissen Hautschutz vor bakteriellen Infektionen bieten. Besonders große Giftdrüsen befinden sich hinter den Augen am Übergang vom Kopf zum Hals. Die Gifte (Bufadienolide, Bufotenine oder einige biogene Amine) führen bei Fressfeinden selbst nach kurzen Kontakten zu unterschiedlichen Symptomen.

Als Sofortmaßnahmen bei einem Vergiftungsverdacht mit Krötengift ist ein sofortiges Waschen und Spülen des Fanges und der Nase mit viel Wasser anzuraten. Eine kühle Lagerung des Hundes ist ebenfalls empfehlenswert. Bei schwereren Symptomen sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert werden.

Hat Ihr Hund in eine Kröte gebissen oder diese sogar geschluckt, droht ein anaphylaktischer Schock. Insgesamt sind Vergiftungen von Hunden im Zusammenhang mit Erdkröten oder Feuersalamandern jedoch selten. Vorbeugend könnten zumindest zur Kröten-Wanderzeit bekannte Wanderrouten beim Spazierengehen oder Gewässer im Jagdrevier gemieden und Hunde bei beobachteten Kontakten mit Kröten sofort abgerufen werden.


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