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Hochsitzbau: Nageln oder schrauben?

Thomas Bock © Thomas Bock
Thomas Bock
am
Samstag, 17.04.2021 - 15:40
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Nägel und Schraube in einem Holzbrett © Jeanette - stock.adobe.com
Nagel oder Schraube – was ist für den Bau von Reviereinrichtungen besser geeignet?

Handwerklich gesehen ist das Nageln am einfachsten. Man benötigt Nägel in passender Größe und einen Hammer, und schon läuft der Fuchs. Allerdings sollte der Hammer auch in Größe und Gewicht zum Nagel passen. Es macht wenig Sinn, mit einem großen und schweren Hammer einen kleinen Nagel einschlagen zu wollen. Die gebräuchlichsten Hämmer sind die sogenannten Schlosserhämmer, die es in verschiedenen Größen und Gewichten von 200 g bis zu 1,5 kg gibt.

Da Holz ein Naturprodukt ist, lässt sich nicht immer voraussagen, wie es auf äußere Einwirkung reagiert. So besteht beim Hämmern stets die Gefahr, dass das Holz einreißt oder der Nagel durch Unebenheiten, wie zum Beispiel Astlöcher, abgelenkt wird. Insbesondere bei Eckverbindungen stoßen Nägel an ihre Grenzen. Hier besteht generell das Risiko des Einreißens, da um den Nagel herum oft nicht mehr genügend Material ist.

Ein weiterer Nachteil sind die enormen Kräfte, die punktuell auf das Material mit jedem Hammerschlag einwirken. Sie führen oft zum Nachfedern, insbesondere wenn Brett, Balken oder Latte nicht auf einem festen Untergrund platziert sind, also nicht kraftschlüssig mit dem Untergrund verbunden sind. Letztendlich kommen Hammer und Nagel überall dort zum Einsatz, wo es schnell gehen soll und Optik keine Rolle spielt.

Akku-Schrauber-Bohrer © Thomas Bock

Es macht Sinn, die Löcher für die Schrauben mit einem kleineren Bohrer vorzubohren.

Wann sollte man Schrauben verwenden?

Im Gegensatz zum Nagel lassen sich mit Schrauben wesentlich festere und dauerhaftere Verbindung herstellen. Ihre Gewinde schneiden sich ins Holz ein, sodass wesentlich mehr Kraft als bei einem Nagel erforderlich ist, um eine Schraube herauszuziehen. Zudem lässt sich eine Schraube mit dem richtigen Werkzeug leicht mehrmals ein- und ausschrauben. Deshalb sind Schrauben überall dort Nägeln vorzuziehen, wo Holzteile verbunden und wieder getrennt werden sollen. Auch die Möglichkeit, gelockerte Schrauben nachzuziehen, ohne dass die Qualität der Verbindung leidet, ist von Vorteil.

Mit einem guten Akkuschrauber, bei dem sich Drehzahl und Drehmoment einstellen lassen, gelingen Schraubverbindungen problemlos. Allerdings gibt es auch hier einige Dinge zu beachten. Schrauben können genau wie ein Nagel das Holz aufspalten. Und wie beim Nagel sind besonders die Randbereiche von Werkstücken gefährdet. Risse lassen sich aber durch gezieltes Vorbohren vermeiden. Dabei sollte der Durchmesser des Bohrers kleiner sein als der der Schraube, sodass ihr Gewinde im Holz noch ausreichend Halt findet. Zudem wirkt das vorgebohrte Loch wie eine Führung, und die Gefahr, die Schraube schief einzudrehen, minimiert sich. Sollen, wie bei einer Reihenproduktion von Drückjagdböcken viele Schraubverbindungen hergestellt werden, empfiehlt sich die Anschaffung eines Kombigeräts, das Akkuschrauber und Bohrer zugleich ist.

Bei den Schrauben sollten Sie auf Torx-Schrauben zurückgreifen. In Verbindung mit dem passenden Bit sorgt ihr sternförmiges Mitnahmeprofil im Kopf für die optimale Verbindung zwischen Schrauber und Schraube. Torx-Schrauben gibt es für alle Anwendungen in allen Größen.

Da es beim Hochsitzbau nicht auf Schönheit ankommt, sind Schrauben in Möbelbauqualität, zum Beispiel aus Edelstahl, sicherlich übertrieben. Aber schon aus Gründen der Sicherheit sollten nur hochwertige Produkte zum Einsatz kommen. Hierfür lohnt sich immer der Weg zur Zimmerei im Ort, wo es gegen einen Obolus die richtigen Schrauben, Nägel und dazu noch Tipps vom Fachmann gibt.


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