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Hilfe im Notfall: Hausapotheke für Hunde

Fühlt der Hund sich unwohl, ist schnelles Handeln gefragt. Hausmittel können da helfen. © Barbara Helgason - stock.adobe.com
Fühlt der Hund sich unwohl, ist schnelles Handeln gefragt. Hausmittel können da helfen.

Besonders Führer verfressener Jagdhunde können ein Lied davon singen – einmal kurz nicht aufgepasst und schon hat der Hund etwas falsches zu sich genommen. Handelt es sich dabei um etwas Giftiges, können schon Minuten über Leben und Tod entscheiden. Aber auch wenn es sich „nur“ um einen verdorbenen Magen oder um „ungiftige“ Fremdkörper handelt, können diese unterstützend von Daheim behandelt werden. Beachten Sie jedoch: Im Notfall oder auch Zweifelsfall immer einen Tierarzt aufsuchen.

Sauerkraut bei Fremdkörpern

Hat der Hund einen Fremdkörper verschluckt (Spielzeuge, Knochen etc.) kann versucht werden, das Problem auf natürlichem Weg, aber nur wenn kein Notfall vorliegt und Maul, Atem- und Rachenweg frei sind, zu lösen. Denn sollte ein trockener und gegebenenfalls spitzer Gegenstand durch den Darm rutschen, könnte dies unter Umständen gefährlich werden.

Verabreichen Sie Ihrem Hund dazu Sauerkraut. Die vielen Fasern des Krautes umschlingen und umhüllen den Gegenstand und halten ihn so rutschfähig. Da der Hund einen großen Teil des Sauerkraut nicht verdauen kann, kommen Fremdkörper und das Unverdaute mit dem Kot wieder raus. Damit der Hund das saure Kraut besser frisst, kann man es auch mit Fleischbrühe oder etwas Joghurt überdecken.

Kohletabletten bei Vergiftungen

Liegt eine Vergiftung vor, ist schnelles Handeln und der direkt Weg zum Tierarzt unabdingbar! Die einzige Soforthilfe, die der Hundebesitzer selbst gegen die einsetzende Giftwirkung anwenden kann, ist die Verabreichung von Kohletabletten aus medizinischer Kohle. Die Aktivkohle verhindert die Giftaufnahme aus dem Darm in den Kreislauf und kann so helfen, den Hund bis zum Eintreffen beim Tierarzt zu stabilisieren. Auch bei Durchfall können Kohletabletten unterstützend helfen. Es ist ratsam eine mit dem Tierarzt auf den Hund abgestimmte Notration Kohletabletten stets im Haus zu haben.

Möhren-Bund © pixabay.com

Mit Möhren lässt sich ein einfaches aber wirksames Hilfsmittel gegen Durchfall herstellen.

Moro'sche Karottensuppe – Altes Wundermittel

Die Moro‘sche Karottensuppe wurde ursprünglich in der Humanmedizin entwickelt, gilt aber auch bei Hunden als ein wirksames Mittel gegen einfachen Durchfall. Dabei werden, durch überlanges kochen Zuckermoleküle (Oligosaccharide) erzeugt, welche ein Andocken gefährlicher Bakterien, an die Darmwand verhindern. Dazu lässt man 500g geschälte Karotten in einem Liter Wasser mindestens eineinhalb Stunden köcheln. Die Karotten werden danach abgegossen (Achtung: Das Gemüsewasser auffangen.), durch ein Sieb gedrückt oder fein püriert. Die Karotten werden dann mit dem aufgefangenem Wasser und 1 Tl Salz wieder aufgefüllt (evtl. etwas mehr Wasser hinzugeben, bis eine Buttermilch-Konsistenz erreicht ist). Bevor man die Suppe dem Hund füttert, muss diese jedoch noch abkühlen. Bei langanhaltendem Durchfall sollte immer ein Tierarzt konsultiert werden.

Natürliche Hausmittel gegen Zecken und Insektenstiche

Auch in anderen Fällen findet man in der Küche das ein oder andere Hausmittel für den Hund. So kann ein harmloser Insektenstich mit einer aufgeschnitten Zwiebel oder etwas Essigwasser behandelt werden. Und auch gegen Zecken entdeckte ein Schüler bei Jugend Forscht ein wirksames Mittel. Wird Schwarzkummel-Öl oral vom Hund eingenommen, verursacht es einen, für den Menschen nicht wahrnehmbaren Geruch, der auf Zecken abschreckend wirkt.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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