Home Praxis Greifvögel

Greifvögel

Wespenbussard (Foto: HW)


Als Endglieder in der Nahrungskette sind Falken und Greife durch die Belastung ihrer Beutetiere gefährdet. So hat der ehemals erlaubte Einsatz von DDT viele Greifvogelpopulationen bedroht. Aktuell ist die „Bleivergiftung“ von Seeadlern in der Diskussion. Greifvögel sind durch Lebensraumverlust, oder direkte Störungen an ihren Horstplätzen gefährdet. Nur anpassungsfähige Arten, Mäusebussard, Turmfalke und Habicht sind verbreitet. Jagd und Tötungsmethoden sind artspezifisch.

Es wird unterschieden in Bisstöter und Grifftöter. Zu den Bisstötern gehören die Falken, die die mit den Fängen gebundenen Beutetiere durch einen Nackenbiss mit dem Schnabel töten. Dazu dient der spezifische Falkenzahn am Oberschnabel. Die Grifftöter töten ihre Beute mit den stark bewehrten Fängen durch Organverletzungen. Der Hakenschnabel dient zum Rupfen und Zerteilen der Beute. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht im Gefieder. Bei den meisten Arten ist das Weib aber deutlich größer. Der „Terzel“ ist bis zu einem „Drittel“ kleiner. Falken bauen keine Nester und brüten am Boden oder in Nischen an Felswänden oder Gebäuden, oder benutzen die Nester anderer Arten. Alle anderen Greifvögel bauen Reisighorste meist auf Bäumen, nur die Weihen sind Bodenbrüter. Die Horste wiederholt ausgebessert und häufig genutzt. Alle Greife leben in bisweilen lebenslanger Einehe.

Beide Partner kümmern sich um die Brut und anschließend um die Nesthocker. Nur ein hohes Nahrungsangebot führt bei Spezialisten zu einem Vollgelege und zum Überleben der Nestlinge. Dem Dunenkleid folgt ein Jugendkleid, das sich von dem erwachsenen Gefieder unterscheidet. Greifvögel verteidigen ihr Brutrevier gegen Artgenossen. Diese Verhalten begrenzt die Siedlungsdichte. Greifvögel die in der Ernährung hauptsächlich auf Insekten und Kleinvögel angewiesen sind, ziehen im Winter nach Afrika, die anderen Arten sind Stand- oder Strichvögel. Schneereiche Winter führen bei Mäusespezialisten zu Nahrungsengpässen.