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Grannen: Gefahr auf Wiesen und Feldern für Hunde - Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Dienstag, 14.06.2022 - 10:49
Aufmacher © LE
Sobald Wilma über unsere Streuobstwiese läuft, hängen Grannen und Spelzen in ihrem Fell.

Die Gräser blühen, das Getreide tanzt im leichten Wind. Was gibt es Schöneres, als einen gemeinsamen Spaziergang durch die sattgrüne Natur mit dem Hund?

Der Sommer ist eine tolle Zeit, doch geht von der friedlich anmutenden Natur eine große Gefahr für Hunde aus. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht durch Wiesen und Felder rennt. Zum Einen freut sich das Jungwild wie Rehkitze, Junghasen und diverse Bodenbrüter über die Rücksichtnahme und Ruhe, zum Anderen kann sich Ihr Hund durch das Toben in Wiesen und Feldern Grannen einfangen. Das kann auch am Wegesrand passieren.

Auch am Wegesrand können die Grannen und Spelzen der Gräser auf den Hund gelangen.

Gefahr der Grannen

Grannen sind die langen Spitzen der Ähren, welche bei Berührung schnell abbrechen und sich im Fell des Hundes verfangen können. An den Grannen befinden sich feine Widerhaken, die verhindern, aus dem Fell geschüttelt zu werden. Durch die Widerhaken werden die Grannen vielmehr tiefer in das Fell hineingezogen und letztlich dann sogar durch die Haut. Besonders empfindlich sind Ohren, Augen und Pfoten. Im Auge führt eine Granne schnell zu einer Bindehautentzündung. Golden Retriever "Freddy" hatte schon mal eine Granne im Auge stecken. Von außen konnten wir nicht sehen, was er hat. "Freddy" zeigte ein auffälliges Verhalten und rieb immer wieder seinen Kopf auf dem Boden. Erst der Blick vom Tierarzt, der unter das dritte Augenlid (Nickhaut) guckte, konnte die Granne identifizieren. Diese musste dann entfernen werden.

Grannen können Lungengewebe zerstören

Besonders gefährlich ist es auch, wenn der Hund eine Granne einatmet. Diese kann in die Lunge gelangen und dort das Lungengewebe verletzen und zerstören. Häufig wird, trotz Husten des Hundes, erst spät erkannt, dass sich eine Granne in der Lunge befindet. Diese hat zu diesem Zeitpunkt häufig schon eitrige Abszesse gebildet, die dann letztendlich sogar zum Tod des Hundes führen können.

Ich habe festgestellt, dass "Wilma" in ihren Pfoten/Schwimmhäuten immer wieder Grannen stecken hat. Und das, obwohl ich Wilma an der Leine führe und sie nicht durch das hohe Gras läuft. Mein Tipp daher: Kontrollieren Sie nach jedem Spaziergang die Pfoten, Behänge und Augen Ihres Hundes und suchen Sie zügig einen Tierarzt auf, wenn Ihr Hund beschriebene Symptome zeigt.

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.


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