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Goldschakal: Auf dem Vormarsch in Deutschland

Die Bestände des Goldschakals in Europa sind zehnmal so hoch wie die Wolfsbestände. © photocech - stock.adobe.com

Was ist ein Goldschakal?

Der Goldschakal (Canis aureus) gehört zur Gattung der Wolfs- und Schakalartigen und ist eng mit dem Wolf verwandt. Der Goldschakal wird bis zu 120 cm lang und hat eine Schulterhöhe von circa 50 cm. Er wird bis zu 15 kg schwer. Er hat ein fuchsähnliches Aussehen, ist jedoch hochläufiger und hat eine vergleichsweise kürzere Lunte.

Woher stammt der Goldschakal?

Der Goldschakal ist im Nahen Osten, Indien und weiteren asiatischen Regionen beheimatet. In Europa kommt er überwiegend auf dem Balkan vor. Besonders Ungarn, Serbien und Bulgarien gelten als Quellpopulationen für die Wanderungen gegen Nordwesten. Aber auch in Österreich und Italien ist der Goldschakal heimisch.

Welchen Lebensraum braucht der Goldschakal?

Der Goldschakal scheut langanhaltende Kälte und hohe Schneelagen. Er bevorzugt offene Landschaften und mag ausreichend Versteckmöglichkeiten wie Dickicht und Schilflandschaften. Große und geschlossene Wälder meidet er hingegen.

Wo in Deutschland gibt es Goldschakale?

Goldschakal-Hainich © Nationalpark Hainich

Der erste Goldschakal in Thüringen wurde im Nationalpark Hainich nachgewiesen.

Zum ersten Mal wurde 1998 ein Goldschakal in Deutschland nachgewiesen. Einzelne Sichtungen gibt es seitdem in Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Was fressen Goldschakale?

Goldschakale sind opportunistische Allesfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Kleinsäugern, Säugetieren bis zur Frischlingsgröße, Aas sowie Vögel und Pflanzliches. Im Rudel werden auch Schalenwild und Haustiere angegriffen.

Sind Wolf und Goldschakal verwandt?

Der Goldschakal ist mit dem Wolf verwandt. Wobei der afrikanische Goldschakal näher mit dem Wolf verwandt ist als der eurasische Goldschakal.

Wie klingen Goldschakale?

Welche Auswirkungen hat der Wolf auf den Goldschakal?

Bei Abwesenheit des Wolfes nimmt der Goldschakal diese Nische ein. Wird ein Wolf heimisch, verschwindet der Goldschakal auch meist wieder, da Wölfe stärker sind und sich durchsetzen.

Kann sich ein Hund mit einem Goldschakal paaren?

Hunde und Goldschakale können sich paaren. Anders als bei Esel-Pferd Verpaarungen ist der Nachwuchs fortpflanzungsfähig und die Hybride können sich weiter verpaaren. In Kroatien, wo die Populationsdichte stark angestiegen war, konnten bereits Hybride festgestellt werden.

Ist der Goldschakal für den Menschen gefährlich?

Goldschakale gelten als scheu und meiden den Kontakt zu Menschen. Eine Gefahr geht von gesunden Tieren nicht aus.

Darf der Goldschakal bejagt werden?

Der Goldschakal ist in der FFH-Richtlinie V aufgeführt. Es muss daher ein Monitoring durchgeführt und ein "günstiger Erhaltungszustand" gewahrt werden. Goldschakale gehören zu den nicht jagdbaren Arten in Deutschland.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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