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Mit Geduld zum stubenreinen Welpen - Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Montag, 11.04.2022 - 17:15
Wilma-in-Wohnung © LE
Nicht immer läuft alles glatt mit der Stubenreinheit.

Die dritte Woche zusammen mit Wilma ist vergangen und mir kommt es so vor, als sei sie schon ein ordentliches Stück gewachsen, jedenfalls für Dackelverhältnisse. Ihr Fell ist deutlich länger geworden und auch ihr Gesicht erwachsener. Wir nehmen Euch mit in die Erlebnisse unserer Woche, die von vielen neuen Herausforderungen und Erkenntnissen geprägt  war.

Wann wird ein Welpe stubenrein?

Stubenreinheit ist für Welpen nichts Selbstverständliches. Es ist ein Lernprozess und muss erst wie Sitz und Platz trainiert werden. Das Grundprinzip habe ich so aufgebaut: Der Welpe wird nach jedem Schlaf, Fressen, Trinken oder Spielen nach draußen gebracht. Sobald er sich löst, wird er ausführlich (durch Stimme und Leckerli) gelobt. Darüber hinaus sollte der junge Hund im Haus beobachtet werden. Sobald er unruhig herumläuft und die Nase am Boden hat, ist es Zeit, rauszugehen.

So viel zum theoretischen Konzept, die Realität sieht allerdings anders aus. Einen festen Zeitpunkt, an dem der Hund stubenrein ist, gibt es nicht.

Sobald sich Wilma löst, lobe ich sie kräftig.

Bei meinem Golden-Retriever "Freddy" war die Stubenreinheit überhaupt kein Thema. Sofern ich mich an seine Welpenzeit zurückerinnere, war er eigentlich von Anfang an stubenrein. Bei Wilma hingegen gestaltet es sich etwas schwieriger. Sie mag keine Kälte und Nässe, braucht manchmal sehr lange, um ihr Geschäft zu verrichten. Es ist auch schon häufiger vorgekommen, dass ich mit ihr 30-40 min draußen war und sie sich erst löste, als wir wieder in der warmen Wohnung waren. Anfangs habe ich mir total den Kopf zerbrochen, weil ich es nicht begreifen konnte, warum ich bei Wilma keine wirklichen Fortschritte erzielte.

Sommer- vs. Winterwelpe

Etwas später konnte ich mir meine Situation besser erklären: Freddy war ein Sommerwelpe, und Wilma ist ein Winterwelpe. Im Sommer geboren zu werden, hat viele Vorteile. Die Temperaturen sind angenehm warm, sodass der ganze Tag im Freien verbracht wird. Die Welpen bekommen viele Umweltgeräusche mit, von denen sie sich bald nicht mehr allzu ablenken lassen und somit auch schneller und zielsicherer ihre Geschäfte in der Natur verrichten.

Noch ist Wilma sehr wetterfühlig – sie mag keine Kälte und Nässe.

Wilma wurde Ende Januar gewölft und ist somit ein Winterwelpe. Aufgewachsen ist sie die erste Zeit hauptsächlich im Haus, wo sie sich oft auf Decken in der Wurfkiste/Welpenauslauf gelöst hat. Draußen war es schließlich zu kalt. Erst als die Temperaturen etwas milder wurden, sind die Welpen im Garten auf Erlebnistour gegangen. Dank der guten Vorgehensweise der Züchter ist Wilma mit vielen haptischen und akustischen Reizen in Kontakt gekommen.

Mit diesem Wissen habe ich alle Decken, Handtücher, Teppiche usw. vom Fußboden weggeräumt. Damit konnte ich Wilmas gewohntes Umfeld zum Lösen verändern und nach draußen verlagern. Seitdem ich nun mit dieser Strategie vorgehe, funktioniert es deutlich besser. Natürlich ist jeder Hund individuell und kann dementsprechend schnell oder langsam stubenrein werden. Die Lösung ist jedoch, die Vorgehensweise zu ritualisieren und stetig umzusetzen.

Rituale als wichtige Konstante

Rituale bieten dem Welpen Struktur, Orientierung und Sicherheit. So gehört es für mich dazu, dass ich Wilma nach jedem Gassigang die Pfoten abputze. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nötig ist oder nicht. Genauso soll sie sich auf ihre Decke setzen, wenn ich ihr die Halsung anlege oder im Sitz warten, bis sie ihr Futter bekommt. Das erfordert Übung und Geduld. Denn auch gerade im Hinblick auf die spätere Jagdausübung, muss der Hund lernen, ruhig und geduldig zu sein. Deshalb habe ich mit Wilma das Deckentraining frühzeitig begonnen. Hierbei muss sie so lange auf ihrem Platz bleiben, bis ich sie dort wieder abhole. Es ist egal, ob sie steht, sitzt oder liegt – sie darf nur die Decke nicht verlassen.

Das Deckentraining fordert viel Geduld. Vom Hund und Führer.

Mit dem Training möchte ich bewirken, dass sie die Decke als eigenen Ruheplatz begreift, der ihr gleichzeitig Sicherheit gibt, falls wir mal in einem anderen Umfeld sind. Ich nutze hier das Shooterking Hunde-Thermobett von AKAH als Untergrund. 

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.