Home Praxis Fangjagd mit Rohrfallen

Fangjagd mit Rohrfallen

1. Betonrohrfalle nach Wildmeister Amann

Da die Amann-Falle ein außen liegendes Gestänge hat, muss die gesamte Falle mit einem Holz- oder Steinkasten umbaut werden. Foto: Matthias Meyer


Bereits vor vielen Jahren entwickelte Wildmeister Arthur Amann im Lehrrevier Kranichstein des LJV Hessen die erste Betonrohrfalle mit außen liegendem Gestänge. Da die Stellung auch von außen ausgelöst werden oder Wetter bedingt Fehlfänge produzieren kann, ist ein Umbauen des gesamten Fallenkörpers notwendig. Die Falle kann auch unterirdisch versteckt werden. Hierbei ist es zweckmäßig, die gesamte Umbauung aus Betonsteinen vorzunehmen, da ein Holzrahmen im feuchten Übergangsmilieu der Erde bereits nach wenigen Jahren fault und einbricht. Ausgelöst wird die Falle, indem das durch den Rohrstrang schliefende Raubwild eine Fangschnur berührt. Eine technische Verbesserung durch die Firma Fallenbau Weißer (www.fallenbau-weisser.de) macht die Falle zu einem Baukastensystem, deren Verbauung spielend mit Betonrabatten vorgenommen werden kann.

2. Betonrohrfalle System Dr. Spittler

Die Spittler-Falle fängt auch oberirdisch sehr zuverlässig. Am Fuße einer Wallhecke wird sie jetzt noch mit Strohballen und einem großen Pferdemisthaufen ansehnlich verblendet. Foto: Matthias Meyer


Sie ist die wohl populärste Betonrohrfalle. Man kann sie als Weiterentwicklung des Amann'schen Systems ansehen, bei dem es Dr. Spittler gelungen ist, den gesamten Fangmechanismus zu vereinfachen und so zu umbauen, dass sie nicht nur sehr robust, sondern aufgrund der Materialwahl auch sehr langlebig ist. Überaus praktisch ist das Baukastensystem. Dadurch verkürzt und vereinfacht sich die Einbauphase wesentlich. Die Bauweise erlaubt es dem Benutzer, sie oberirdisch einzusetzen oder komplett zu vergraben, was nicht nur ihren unauffälligen Einsatz, sondern auch eine bessere, da vertraute Annahme durch das Raubwild zur Folge hat.

3. Rohrfalleneinschübe System Ahrenshorst und Forstmeister Drechsel

Die Rohrfalleneinschübe eignen sich gut zum Fang von Jungfüchsen. Altfüchse meiden hingegen den offen angebrachten Metallschieber. Foto: Matthias Meyer


Auf Gut Ahrenshorst und fast zeitgleich in Mecklenburg-Vorpommern wurden Fangklappen mit daran befestigten Stellungen entwickelt, die sich in jeden bereits vorhandenen Betonrohrdurchlass schieben lassen und ihn zur Falle umfunktionieren. Während das Ahrenshorster System hierbei auf einen Industriemagneten setzt, der die Fangklappe in Stellung hält, arbeitet das System des Forstmeisters Drechsel aus M-V mit einer angespitzten Stellungsvariante.
Von beiden Fallensystemen ist schon lange nichts mehr zu hören gewesen. Auch ich habe sie viele Jahre im Einsatz gehabt, war aber von der Fangleistung enttäuscht. Gerade der Fuchs mied die umgebauten Rohrleitungen. Ich vermute, dass es an dem metallischen Fremdkörper gleich zu Beginn des Rohrstrangs liegt.

4. Rieselfelder Blockaderohr

Das RFB fängt am besten als integrierte Kunstbaufalle. Foto: Matthias Meyer


Eine sehr interessante und effektive Falle ist das Rieselfelder Blockaderohr (RFB). Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine halbe Betonrohrfalle nach Spittler, die erst weiter hinten im Rohrstrang eingebaut wird. Das Raubwild erkennt im Rohr keinen Fremdkörper und schlieft problemlos ein und dann durch die Falle. Da die Stellung durch eine Vorrichtung das Auslösen beim Einschliefen blockiert, ist es z.B. in der Ranz möglich, mehreren Füchsen Zutritt zu verschaffen. Erst beim Verlassen des Rohrstrangs löst die Falle aus und wirft dem Fuchs „die Tür vor der Nase zu“. Das RFB kann sowohl im Kunstbau unbeködert als auch separat als Köderfalle eingebaut werden.Da die Stellung in der Falle verkürzt werden kann, arbeitet sie auch in Kaninchenrevieren sehr zuverlässig. Kleine Tiere, wie Kanin, Iltis und Marder lösen dann nicht mehr aus, gefangen werden nur mehr Fuchs, Dachs, Marderhund und Waschbär. Mehr Informationen bekommen Sie hier: www.rieselfelder-blockaderohr.de

5. ESSA Fallensystem

Die fertig verlegte ESSA Falle als Fuchskunstbau. Foto: Matthias Meyer


Aus Teilen von KG Rohren wird ein Fangmechanismus für Kunstbaue angeboten. Handhabung, Kontrolle und Haltbarkeit der Falle sind robust und einfach. Trotz mittlerweile vier Fangwintern wurde der Kunstbau allerdings - vermutlich aufgrund der Plastikrohre - bisher nicht angenommen, obwohl die Röhre vom Fuchs mehrfach kontrolliert wurde.

6. Kozarderfalle

Nach einem ähnlichen Prinzip wie das RFB arbeitet die in Österreich entwickelte Kozarderfalle, eine Rohr-Kunstbau-Kombifalle. Ähnlich wie beim RFB nutzt der Raubwildjäger die Behausung des Raubwildes als unbeköderten Fangplatz. Mehr Informationen finden Sie hier: www.kozarderfalle.com

7. Kipprohrfalle

Vor einigen Jahren gab es in Schleswig- Holstein eine Weiterentwicklung der Amann‘schen Betonrohrfalle. Die Auslösung dieser Falle befindet sich nun nicht mehr im Rohrkörper, sondern ein ganzes Betonrohr selbst ist, ähnlich einer Kastenfalle mit Wippbrett, die Wippauslösung. Aufgrund einer ausgeklügelten Konstruktion kann die Falle so fein eingestellt werden, dass sie bereits beim Gewicht einer Ratte auslöst. Aufgrund der Bauweise muss allerdings auf einen sehr festen und sauberen Untergrund besonderer Wert gelegt werden, damit die Falle fehlerfrei auslöst. Auch die aufwendige Umbauung und eine gegen das Durchgraben von Nagern abgedichtete Sohle machen ihren Einbau zeitaufwendig.

Anmerkung:

Auf dem Markt befinden sich zwar auch noch weitere Typen von Betonrohrfallen, die sich bis jetzt aber wahrscheinlich wegen fehlender Fangerfolge in der Testphase nicht haben behaupten können.
Wildmeister Matthias Meyer