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Erziehung und Gehorsamkeit beim Hund - Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Dienstag, 24.05.2022 - 11:43
Gehorsam © LE
Mittlerweile bleibt Wilma brav sitzen und wartet auf meinen Abruf.

Dem Dackel wird immer wieder nachgesagt, er sei stur und somit schwer erziehbar. Aber stimmt das? Fakt ist, dass Mut, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit fest in seinem Wesen verankert sind. Muss es auch. Wenn der Jagdhund sich schließlich unter Tage in einem Fuchsbau befindet, muss er auch selbst entscheiden können, was zu tun ist.

Der Deutsche Teckelklub 1888 e.V. schreibt dazu: „Der Dackel gehört zu jenen Hunden, die auch bei guter Erziehung noch Eigenständigkeit und starken Willen bewahren. Der Dackel ist ein lieber Hund, aber auch ein Draufgänger. Den ‚falschen‘ oder hinterhältigen Dackel gibt es nicht. Hunde, die diese Eigenschaft zeigen, sind dazu gemacht worden!“

Wie kann also ein für sich selbst entscheidender Hund erzogen und gehorsam werden?
Eigentlich ganz einfach: klare Regeln und Konsequenz.

Wilma sitzt in der Grundstellung "bei Fuß" und nimmt Kontakt mit mir auf. Ihre Konzentration liegt bei mir.

Tipps in der Erziehung für junge Hunde

Hunde sind so verschieden, wie wir Menschen: Die einen sind leicht ablenkbar, andere sind sehr dominant und selbstbewusst oder sind unsicher und unterwürfig. Daher sollte nicht nur der Dackel eine gradlinige und konsequente Erziehung genießen, sondern prinzipiell jeder Hund. Hierzu habe ich ein paar kurze Tipps aufgeführt:

  1. Trainingsumfeld
    Ein junger Hund lässt sich schnell durch Umwelteinflüsse, Geräusche, andere Personen und Tiere ablenken. Die Ausbildung vereinfacht es, das Training zunächst in einem ruhigen Umfeld zu vollziehen. Klappt es dort, können nach und nach Ablenkungen mit eingebaut werden. Ziel ist es, dass sich der Hund später trotz starker Ablenkung und Verleitung am Führer orientiert.
     
  2. Motivation
    Viele Hunde akzeptieren Futter als „Motivationsgeber“. Doch das ist gar nicht immer nötig. Enthusiastisches Loben, Streicheln oder ein Spielzeug motiviert ebenfalls.
     
  3. Timing
    Punktgenaues Loben ist sehr wichtig. Loben Sie Ihren Hund schnellstmöglich nach einem korrekt ausgeführten Befehl. Nur so kann der das Lob mit der vorherigen Aktion verknüpfen. Ein allgemeines Loben am Ende des Trainings beispielsweise kann der Hund nicht mit einem bestimmten, korrekt ausgeführten Befehl verbinden.
     
  4. Geduld und Kontinuität
    Nicht jeder Hund versteht auf Anhieb, was Sie von ihm wollen. Es bedarf vieler Wiederholungen, bis er den Befehl speichert und abspielen kann. So richtig anstrengend wird es übrigens in der Pubertät. Dort testen die Jungspunde ihre Grenzen aus und gelernte Verhaltensweisen werden gerne vergessen. Aber keine Sorge – alles ist nicht weg, hier ist Geduld und Durchhaltevermögen angesagt.
     
  5. Konsequenz
    Sorgen Sie für klare Regeln und halten Sie sie selbst konsequent ein. Lassen Sie dabei Fehlverhalten nicht durchgehen, weil der Welpe vielleicht gerade einfach mal so niedlich guckt. Bei adulten Hunden kann inkonsequentes Handeln zu dauerhaften Problemen führen.
     
  6. Körpersprache
    Arbeiten Sie viel mit Ihrem Körper. Zeigen Sie Ihrem Hund, was Sie von ihm wollen und achten Sie dabei selbst auf die Körpersprache Ihres Vierbeiners. Wenn Sie ihn lesen können, können Sie ihn besser verstehen und Situationen richtig einschätzen.

Für gute Arbeit wird Wilma sofort belohnt - hier mit einem Leckerli.

Meine Erfahrung mit der Hundeerziehung und der Gehorsamkeit

Die oben genannten Punkte sind kein 100%iges Allheilmittel, sondern berufen sich lediglich auf meine Erfahrungen mit verschiedenen Junghunden verschiedener Rassen. Meistens hängt es sowieso von demjenigen ab, der hinten am anderen Ende der Leine hängt.

Mein Grundprinzip ist daher: Gehorsamsausbildung mit viel Fingerspitzengefühl, sowie das Fördern der natürlichen Triebe und Anlagen, kann den Hund im Zusammenhang mit einer guten Bindung zum Führer zu einem hervorragenden Jagdhelfer machen.

Mit Wilma übe ich täglich kurze Einheiten verschiedener Befehle. Sobald sie eine Übung verstanden hat, kann die Übung in einem schwereren Kontext wiederholt werden. Wie zum Beispiel durch den Wechsel des Standortes. Ich habe damit bisher gute Erfahrungen gemacht. Sollten Sie weitere Tipps und Anmerkungen haben, schreiben Sie sie mir gerne in die Kommentare oder mir direkt. 

Begleitet die kleine „Wilma“ wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.


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