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Wie erkenne ich beginnende Räude? – Frag den Tierarzt

Dr. Armin Deutz
am
Montag, 10.01.2022 - 14:28
Fuchs mit Räudebefall am Kopf. © Dr. Armin Deutz
Fuchs mit Räudebefall am Kopf.

Der Erreger der Fuchsräude ist eine Grabmilbenart (Sarcoptes canis oder Sarcoptes scabiei var. canis). Ebenfalls an Räude erkranken Dachs, Iltis, Wiesel und Steinmarder, seltener Baummarder. Der Erreger der Sarcoptes-Räude verursacht bei Hunde- und Marderartigen Hautveränderungen, beginnend zumeist am Kopf (Ohrränder, Nasenrücken, Augenbogen), sowie an anderen weichhäutigen Körperstellen wie Unterbauch und Schenkelinnenflächen.

Die ersten sichtbaren Veränderungen sind kleine Knötchen und Pusteln oder vermehrte Schuppenbildung. Gleichzeitig tritt starker Juckreiz, besonders bei warmer Umgebungstemperatur auf. Später kommt es zur Verdickung und Faltenbildung der Haut. Dabei entstehen graue Krusten, und die Haare fallen aus bzw. brechen ab. An die Krusten schließen stark schuppende Hautzonen an, die frisch von Milben besiedelte Gebiete anzeigen. Bei bakteriellen Sekundärinfektionen entstehen eitrige Hautentzündungen.

Die Ansteckung erfolgt durch direkten und indirekten Kontakt (Bau, Ranz) oder durch das Anschneiden von verendeten, räudigen Tieren. Vor der Jahrtausendwende ereigneten sich lokal rund alle vier bis sechs Jahre schwere Seuchenzüge mit Fuchsräude. Mittlerweile tritt die Staupe neben der Räude als weitere heimische Fuchsseuche auf, Räude wurde damit etwas seltener.

Räude macht sich bei Füchsen z.B. an zerbissenen wunden Lunten bemerkbar. © Dr. Armin Deutz

Räude macht sich bei Füchsen z.B. an zerbissenen wunden Lunten bemerkbar.

Ansteckungsgefahr für Mensch und Jagdhund?

Räudemilben sind im Jagdbetrieb auf Jäger oder Jagdhunde relativ leicht übertragbar, wobei beim Menschen diese Milbenart lediglich eine „Scheinräude“ verursacht. Die juckenden Hautveränderungen heilen nach zwei bis drei Wochen ab, da sich Räudemilben vom Fuchs in der menschlichen Haut nicht vermehren können. Es ist aber auch eine sofortige Behandlung möglich. Schutzhandschuhe schützen vor einer Übertragung der Milben.

Auf den Bälgen überleben die Milben nur wenige Tage und wandern höchstens einen Meter vom erlegten Fuchs/ Balg weg. Damit ist davon auszugehen, dass beim Gerben schon gar keine lebenden Milben mehr vorhanden sind, das Gerben würde aber restliche Milben töten.

Hunde infizieren sich dauerhaft und benötigen nach Kontakten mit räudigen Füchsen i.d.R. eine zweimalige Injektionsbehandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen. Bei der zweiten Behandlung werden die Larven aus überlebenden Eiern abgetötet. Gleichzeitig mit der Therapie müssen das Hundelager mit einem Akarizid behandelt und die Hundedecken ausgekocht werden.