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Dackelwelpe: das erste Mal auf Ansitz – Wilmas Woche

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Montag, 25.04.2022 - 14:44
Wilma Ansitz © LE
Welpe Wilma schaut aufmerksam vom Hochsitz herunter und beobachtet die Umgebung.

Die letzten Sonnenstrahlen fallen zögernd durch die langsam erblühenden Äste. Ein leichter Wind setzt ein. Ruhig und gelassen schläft der Rauhaardackelwelpe Wilma in meiner dicken Faserpelzjacke: Wir sind auf dem Abendansitz.

Erziehung vorerst nicht im Revier

Im Revier darf Wilma ihrer jagdlichen Leidenschaft nachgehen.

Noch bevor Wilma bei mir einzog, habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie ich sie an die Jagd heranführen will. Für mich war es klar, dass ich sie in jeder jagdlichen Situation bei mir haben möchte. Das Revier sollte für Wilma das erlebbare Zuhause werden, in dem sie sich frei und ungezwungen bewegen kann. Ich versuche, die Unterordnung zunächst vom Revier zu trennen, deswegen bin ich mit erzieherischen Maßnahmen in der frühen jagdlichen Ausbildung vorsichtig. Im Wald soll Wilma ihre Passion ausleben.

Die Erziehung wird dann durch das Erleben, also durch Fährten, Verleitungen, durch Erfolg und Misserfolg, herbeigeführt. Wilma soll die jagdliche Arbeit mit Spaß verbinden und nicht mit der „Schule“. Positive Erlebnisse bleiben so besser im Kopf haften. Sowohl beim Hund als auch beim Führer.

Ansitzstunden verbinden

Versunken in der Webpelzjacke, schläft Wilma die meiste Zeit auf dem Hochsitz.

Um das längere Ansitzen zu üben, bezogen Wilma und ich verschiedene Hochsitze. Für den ersten kürzeren Ansitz wählte ich eine geschlossene Kanzel aus, damit Wilma alles in Ruhe begutachten konnte, ohne dass ich mir Sorgen machen musste, dass sie abstürzt.

Nach wenigen Minuten intensiver Beschnüffelung nahm ich die Hündin hoch und ließ sie in meiner Jacke versinken. In dieser Lage schläft Wilma immer sofort ein. Und so war es auch – schnell hörte ich ein leises Schnarchen aus meiner Jacke. Nach einiger Zeit wechselten uns zwei Rehe an und ästen ganz in der Nähe.

Wilma bekam von ihnen nichts mit, weil sie tief und fest schlief. Wecken wollte ich sie nicht – sie sollte schließlich Ansitzen als Entspannung abspeichern. Mehrere Tage übten wir das „Probeansitzen“, um es zu ritualisieren.

Welpe mit erstem Kontakt zu Wild

Dann war es endlich so weit. Für unseren ersten richtigen Abendansitz bezogen wir eine offene Kanzel. Wilma rollte sich genüsslich auf ihrer Decke neben mir zusammen. So saßen wir ruhig und entspannt, bis die Dämmerung langsam einsetzte.

Kurz bevor ich abbaumen wollte, wechselte uns plötzlich ein Rehbock an. Ich ließ ihn bis auf 30m heranziehen, bis ich ihm die Kugel antrug. Das Reh lag im Knall. Wilma regte sich nicht. Die Situation hatte die junge Dackelhündin einfach verschlafen. Nach den obligatorischen 15 Warteminuten baumten wir ab und gingen zum Stück. Mutig lief Wilma voraus und freute sich mit mir über die Beute. Ich lobte sie kräftig, dann versorgten wir den Bock.

Sichtlich müde sitzt Wilma vor ihrem ersten Rehbock.

Begleitet die kleine Wilma wöchentlich in ihrem Leben vom Welpen zum Dackel – mit freundlicher Unterstützung von AKAH.


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