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Bundeswildschutzverordnung


Welchen Vorschriften die Wildarten im Einzelnen betreffen, regeln die Anlagen 1 bis 5. Alle Wildarten, welche der Bundeswildschutzverordnung unterliegen, sind in folgender Übersicht mit den jeweils zutreffenden Anlagen aufgeführt:

Bundeswildschutzverordnung Anlage 1: Es ist verboten diese Tiere lebend oder tot, sowie Teile oder aus ihnen hergestellte Produkte und Erzeugnisse in Besitz zu nehmen, zu erwerben, zu be- und zu verarbeiten oder anderweitig zu verwenden. Mit diesen Tieren darf auch nicht gehandelt werden. Das Aneignungsrecht des Jagdausübungs-
berechtigten ist von diesem Verbot ausgenommen. Aber der Jagdausübungsberechtigte darf solch ein Tier, das er sich rechtmäßig angeeignet hat nur für sich selbst verwerten oder verschenken. Er darf es nicht verkaufen. Das gilt auch für Teile dieser Tiere also Wildbret, Trophäen, Präparate und ähnliches.


Bundeswildschutzverordnung Anlage 2: Für die genannten Tiere besteht eine Ausnahmeregelung von den Vorschriften der Anlage 1. Der Jagdausübungs-
berechtigte darf sie verkaufen, auch gewerblich.


Bundeswildschutzverordnung Anlage 3: Für die genannten Tiere besteht eine Ausnahmeregelung von den Vorschriften der Anlage 1. Der Jagdausübungs-
berechtigte darf sie verkaufen, aber nicht gewerblich, d.h. Wildbrethändler, Präparatoren, oder Gastronomen dürfen diese Tiere nicht handeln.


Bundeswildschutzverordnung Anlage 4: Die Anlage 4 bezieht sich nur auf Greifvögel. Sie unterliegen dem Jagdrecht und den Naturschutzbestimmungen nach EG-Richtlinien, die gleichlautende Verbote wie Anlage 1 enthalten. Zusätzlich wird hier nach Bundeswildschutz-
verordnung die Haltung von Greifvögeln geregelt. Nur Inhaber von Falknereischeinen dürfen Greifvögel halten, die Anzahl der gehaltenen Greifvögel ist beschränkt und eine Kennzeichnung von gehaltenen und gezüchteten Vögeln ist vorgeschrieben. Zugänge und Abgänge sind meldepflichtig.


Bundeswildschutzverordnung Anlage 5: Wer die aufgeführten Tiere lebend oder tot in den Verkehr bringt, erwirbt oder verarbeitet, muss ein Aufnahme- und Auslieferungsbuch führen, das von den Behörden kontrolliert werden kann. Das gilt insbesondere für Präparatoren.

Ergänzung


Von den Vorschriften der Bundeswildschutzverordnung nicht betroffen ist Altbesitz, der vor dem 01.04.1986 rechtmäßig erworben wurde. (Z.B. Präparate und Trophäen) Die Vorschriften gelten auch nicht für in Gefangenschaft gezüchtete Fasane, Rebhühner, Stockenten und Wachteln. Der Jäger, insbesondere der Revierinhaber muss wissen, wie er mit Wild, das er sich angeeignet hat, weiter verfahren darf.

Für wildlebende Tiere, welche nicht dem Jagdrecht unterliegen gilt das Naturschutzrecht. Das Naturschutzrecht unterscheidet zwischen 1. Tieren ohne besonderen Schutz, die sich jedermann aneignen darf (Bisam, Erdmaus, Feldmaus, Hausmaus, Rötelmaus, Schermaus, Wanderratte, Nutria, Marderhund, Waschbär). und 2. Tiere, die unter besonderem Schutz stehen, die sich niemand aneignen darf. Also auch keine Teile von diesen Tieren, z.B. Skelett, Fell, Federn, Eier, usw.)

Die Bundesartenschutzverordnung bestimmt, welche Arten (Pflanzen und Tiere) unter den besonderen Schutz des Bundes-Naturschutzgesetzes fallen. Dabei sind die Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und der EWG-VO Nr. 3626/82 berücksichtigt.
Fischotter, Wildkatze, Luchs, Großtrappe, Knäkente, Moorente und sämtliche Greifvögel unterliegen zwar dem Jagdrecht, für diese Tier gelten aber zugleich strenge naturschutzrechtliche Vorschriften nach EWG-Verordnung und müssen deshalb nicht mehr in der Bundesartenschutzverordnung aufgeführt sein.

Zu beachten ist, das grundsätzlich alle Vogelarten (die nicht dem Jagdrecht unterliegen) den besonderen Schutzstatus genießen. Auch Rabenkrähe und Eichelhäher. Mit Aufnahme von Rabenvogelarten in den Anhang II/2 – Jagdbare Arten – in der Vogelrichtlinie 79/409/EWG wurde eine rechtliche Grundlage geschaffen, diese dem Jagdrecht zu unterstellen.

Ausnahmen vom Aneignungsrecht gelten für Lehr- und Forschungszwecke. Die Erlaubnis erteilt die Naturschutzbehörde. Darüber hinaus ist es zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen und gesund zu pflegen, soweit jagdrechtliche Bestimmungen diesem nicht entgegenstehen. HW