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Braunbär in Bayern gesichtet: Das ist zu beachten

Christian Liehner © Christian Liehner
Christian Liehner
am
Freitag, 06.05.2022 - 05:00
Braunbär in Bayern gesichtet © Piotr Krzeslak - stock.adobe.com
Eine Begegnung mit einem Bären muss nicht kritisch enden. Mit einigen Verhaltensweisen lässt sich die Situation entschärfen.

Bären sind beeindruckend, die Begegnung aus nächster Nähe nicht ungefährlich. Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Tiere in aller Regel sehr scheu sind und den Kontakt mit Menschen meiden. Sich unterhaltende Wanderer sind daher kaum gefährdet, da die Tiere nicht überrascht werden und sich vorsichtig zurückziehen können. Etwas anderes ist das schon beim Jäger, der sich auch plötzlich im Revier oder an der Jagdhütte einem Bären gegenüber sehen kann.

Wo kann ich Bären treffen?

Begegnungen in Deutschland sind aktuell extrem unwahrscheinlich, am ehesten noch in Bayern. In Europa leben jedoch etwa 17.000 Braunbären, die meisten davon in den Karpaten. In Schweden, Norwegen, Spanien, Slowenien, Bulgarien und Griechenland gibt es kleinere Vorkommen. Doch auch in den Alpen, v.a. in Italien sind Braunbären anzutreffen. Die nächste Population lebt im Trentino mit etwa 60 Bären. Von dort aus streifen immer wieder junge Tiere bis nach Deutschland – einer von ihnen der berühmte „Bruno“.

Bär aus nächster Nähe: Was tun?

Aus der Nähe begegnet man einem Bären vor allem, wenn er überrascht wird. Das kann z.B. an Bachläufen passieren, wo das Geräusch des Wassers Schritte übertönt. Entsprechend fällt die Reaktion des Bären aus. Wichtig: Das Aufrichten ist nicht grunsätzlich eine aggressive Geste. Der Bär versucht durch die Größe einen Überblick über die Situation zu erlangen. Wenn möglich unter ständigen Geräuschen und langsamen Bewegungen mit den Armen über dem Kopf – damit der Bär einschätzen kann, wohin Sie sich bewegen – zurückziehen.

Bärenangriff: Attacke ist nicht gleich Attacke

Normalerweise geht ein Bär nicht sofort zum Angriff über, sondern versucht die Situation einzuschätzen. Auch wenn es schwerfällt: Ruhe bewahren hilft am Besten weiter. Ist die Distanz noch groß genug, langsam unter Reden oder Geräuschen zurückziehen. Hilft das nicht und der Bär nähert sich weiter, erfolgt oft erst eine Reihe von Scheinangriffen bei denen es zu keiner Berührung kommt. Ist die Situation so weit eskaliert, Zusammenkauern oder Hinlegen, Beine spreizen, damit sie nicht so leicht umgedreht werden können. Dabei den Nacken mit den Händen schützen. Bären sind von dieser Geste verblüfft, erkennen in der Regel jedoch, dass keine Gefahr mehr für sie ausgeht. Stillhalten und sich beschnuppern lassen. Bewegt sich der Mensch nicht, verlieren Bären das Interesse.

Eine glimpflich verlaufene Begegnung sehen sie unten im Video.


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