Home Praxis Bewegungsjagden: Rehe freigeben, ja oder nein?

Bewegungsjagden: Rehe freigeben, ja oder nein?

Bei Bewegungsjagden geht es darum, Strecke zu machen - auch auf Rehwild? Foto: Kurt Hassenpflug © Kurt Hassenpflug

Manche Revierinhaber haben seltsame Vorstellungen von Ausführung und Sinn einer gut organisierten Bewegungsjagd: „Meine Grenze ist mir heilig!“ hört man dann oft. Doch worum handelt es sich dabei wirklich?
Der Begriff „Bewegungsjagd“ steht nach heutiger, aus derPraxis hervorgegangenerDefinition, für die Jagdart, bei der Schalenwild von wenigen (in manchen Bundesländern nach der Zahl limitierten) Treibern und zugelassenen, fährtenlauten kurz-jagenden Hunden nicht gehetzt, sondern im Idealfall nur angerührt, das heißt „bewegt“ wird.
Bewegungsjagden dauern selten länger als drei Stunden. Um den Störeffektfür dasWild zu minimieren und aus Gründen der Effektivität jagen viele Schützen gleichzeitig und gemeinsam auf großem Gebiet, daher möglichst revierübergreifend und in der Regelnur einmal jährlich auf derselben Fläche.
Ein ganz wichtiges Merkmal der Bewegungsjagd ist, dass die Schützen auf festen Ständen das langsam und im Sozialverband und somit sauber ansprechbar anwechselnde Wild erwarten – (fast) wie bei der Ansitzjagd. Es kann sauber, das heißt wildbrethygienisch einwandfrei und tierschutzgerecht gestreckt werden. Die Stände sind nach Erfolgsaussicht und Sicherheitsaspekt (Kugelfang) speziell an Wechseln zwischen den Einständen und nicht, wie „normale“ Hochsitze, zwischen Einstand und Äsung errichtet.
Bewegungsjagd ist also die zwangsläufige, positiv fortentwickelte Kombination der Drück-, Stöber-, Riegel-, Ansitzdrückjagd, sowie, was selbst der Tradition eng verbundene Jäger oft nicht wissen, die „Evolution“ der „Beunruhigungsjagd“ Raesfeldscher Prägung: Bei der saßen die Jäger auf großer Fläche auf jagdlichen Einrichtungen. Es gab aus Sicherheitsgründen keine Treiber (Warnkleidung war noch verpönt); das Wild wurde von (vielen) weit jagenden Hunden bewegt.
„Beunruhigungsjagd“ und „Bewegungsjagd“werden alsoparallel verwendet; beide Begriffe fanden Eingang in moderne Nachschlagewerke (Wikipedia), wobei aber Letzterer „richtiger“ ist.
Während beim Schwarzwild diese Jagdart allgemein geschätzt wird, um durch dengezielten (Wahl)-Abschuss die Rottenstrukturen zu erhalten, sieht dies in Bezug auf Rehe ganz anders aus. Die Abschussfreigabe von Rehwild auf Bewegungsjagden löst immer wieder überaus kontroverse Diskussionen aus. Die PIRSCH hat daher zwei erfahrene Jagdpraktiker um die Darstellung ihrer Sichtweisen gebeten - einer "pro" und einer "contra" (erscheint in Ausgabe 21/2010, ab 3. November im Handel)
Wir möchtenjedoch, dassauch Sie mitreden. In unserer Jagd-Community kann dieses Thema erörtert werden. Diskutieren Sie mitundschreiben Sie Ihre Meinungzum Thema

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