Home Praxis Alles was Recht ist: Vorschriften zur Aufbewahrung von Waffen

Alles was Recht ist: Vorschriften zur Aufbewahrung von Waffen

Bei Neukauf höherer Widerstandsgrad gefordert

Ein einfacher Kleiderschrank ist kein Waffentresor!


Wie schnell muss eine Waffe nach Erwerb gemäß §13 WaffG bei den Behörden gemeldet werden?

Jäger müssen den Erwerb einer Waffe – egal ob auf Jagdschein oder Waffenbesitzkarte – innerhalb von zwei Wochen bei den Behörden melden.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Schusswaffen?

Dier Neukauf von Schränken der Stufen A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen, ist seit 6. Juli 2017 nicht mehr zulässig. Ab dann können Jäger für die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen bei der Behörde nur noch Waffenschränke registrieren lassen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 (Widerstandsgrad 0) entsprechen. Für Waffenschränke ab Stufe 0 und höher gilt weiterhin: Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Der Gesetzgeber hat nun klargestellt, dass Waffen nur ungeladen gelagert werden dürfen.

In welchem Behältnis muss Munition zu Hause gelagert werden?

Der Mindestaufbewahrungsstandard für erlaubnispflichtige Munition ist und bleibt das Stahlblechbehältnis (Metallkassette mit Schwenkriegelschloss).

Wie müssen Waffen und Munition in einem Schrank der Klasse 0 oder 1 gelagert werden?

Ab 200 Kilogramm Gewicht dürfen in einem Schrank der Klasse 0 unbegrenzt Langwaffen, bis zu 10 Kurzwaffen und Munition gelagert werden. Unter 200 Kilogramm Gewicht dürfen im Waffenschrank der Klasse 0 unbegrenzt Langwaffen und bis zu 5 Kurzwaffen gelagert werden, ebenso Munition. Eine Trennung von Munition und Waffen ist in einem Schrank der Klasse 0 grundsätzlich nicht notwendig. In einem Schrank der Klasse I und höher kann unabhängig vom Gewicht eine unbegrenzte Anzahl an Kurz- und Langwaffen gelagert werden.

Was passiert mit A- und B-Schränken, die vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes erworben und von der Behörde eingetragen wurden?

Für A- und B-Schränke gilt der Bestandsschutz. Sie können weiterhin unbeschränkt benutzt werden. Der Besitzer kann auch weitere Waffen kaufen und diese darin lagern. Wenn der Schrank nach den gesetzlichen Regelungen voll ist, muss bei Neukauf ein Schrank der Stufe 0 erworben werden. Folgende Lagerkapazitäten gelten für Schränke mit Bestandsschutz: Im A-Schrank dürfen bis zu 10 Langwaffen gelagert werden. Beim B-Schrank gibt es keine Begrenzung für Langwaffen. Ein B-Schrank unter 200 Kilogramm Gewicht darf zudem 5 Kurzwaffen enthalten, ab 200 Kilogramm Gewicht 10 Kurzwaffen. Ist der B-Schrank weniger als 200 Kilogramm schwer, jedoch fest verankert, darf er auch 10 Kurzwaffen enthalten.

Bestandsschutz auch für Mitaufbewahrter möglich

Wer einen B-Schrank benutzt, darf diesen auch weiterhin benutzen. Neue Waffenschränke müsse hingegen Klasse 0 sein.


Wie ist das Vererben von Waffenschränken der Klassen A und B geregelt?

Waffenschränke der Klassen A und B gemäß VDMA 24992 dürfen zur Waffenaufbewahrung nicht vererbt werden und anschließend durch den oder die Erben nicht zur Waffenaufbewahrung (weiter-) genutzt werden.

Darf ein Familienmitglied, das demnächst den Jagdschein besteht und sich die erste Waffen zulegt, diese im vorhandenen legalen A- oder B-Schrank aufbewahren?

Ja, das ist immer noch erlaubt. Die gemeinsame Aufbewahrung in häuslicher Gemeinschaft ist bei der Weiternutzung von A- und B-Schränken erlaubt. Selbst bei Versterben des heutigen Besitzers dürfen die späteren Mitaufbewahrer den Schrank weiternutzen.

Was muss ich tun, wenn der Waffenschrank zwar vor dem 6. Juli 2017 gekauft wurde, aber bisher bei der Behörde noch nicht registriert ist?

Grundsätzlich besitzen die bisher rechtmäßig genutzten Waffenschränke Bestandsschutz. Man sollte daher die Belege (z. B. Quittung) aufbewahren, um im Zweifelsfall belegen zu können, dass man den fraglichen Schrank bereits vor dem Stichtag rechtmäßig genutzt hat. Eine weitere Möglichkeit ist auch, dies bei der Behörde anzuzeigen.

Was passiert, wenn ich Waffen falsch aufbewahre?

Wenn Waffen unzulässig aufbewahrt werden und dadurch die Gefahr des Abhandenkommens besteht, ist dies (bei Vorsatz) ein Straftatbestand. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Besitzt jemand beispielsweise mehrere Kurzwaffen, die ordnungsgemäß gelagert sind, hält jedoch eine Kurzwaffe zur Selbstverteidigung im Kleiderschrank zurück, so ist dies vorsätzlich unsachgemäße Lagerung. Die fahrlässige Aufbewahrung ist kein Straftatbestand, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Vorsicht! Jeder, der seine Waffen und Munition falsch aufbewahrt, riskiert seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit.

Was passiert, wenn ich eine Patrone in der Jackentasche vergesse?

Die fahrlässige Aufbewahrung von Munition in einer Jackentasche ist zwar kein Straftatbestand, diese Fahrlässigkeit kann aber im Einzelfall zur waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit führen.

Graubereich Jagdhütte

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Wie sieht es mit der Aufbewahrung von Munition und Waffen in der Jagdhütte aus?

Der bisherige § 13 Abs. 6 der Allgemeinen Waffengesetzverordnung (AWaffV) wird inhaltlich unverändert zum § 13 Abs. 4 AWaffV: „In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen nur bis zu drei Langwaffen, zu deren Erwerb und Besitz es einer Erlaubnis bedarf, aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung darf nur in einem mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entsprechenden Sicherheitsbehältnis erfolgen. Die zuständige Behörde kann Abweichungen in Bezug auf die Art oder Anzahl der aufbewahrten Waffen oder das Sicherheitsbehältnis auf Antrag zulassen.“ Es ändert sich also nichts.

Was ist bei einer Übernachtung in der Jagdhütte hinsichtlich der Aufbewahrung zu beachten?

Hier kann keine pauschale Aussage getroffen werden; es gilt der ehemalige § 13 Abs. 11 AWaffV, der jetzt weitestgehend unverändert zu Abs. 9 wird: „Bei der vorübergehenden Aufbewahrung von Waffen im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 oder des Absatzes 2 oder von Munition außerhalb der Wohnung, insbesondere im Zusammenhang mit der Jagd oder dem sportlichen Schießen, hat der Verpflichtete die Waffen oder Munition unter angemessener Aufsicht aufzubewahren oder durch sonstige erforderliche Vorkehrungen gegen Abhandenkommen oder unbefugte Ansichnahme zu sichern, wenn die Aufbewahrung gemäß den Anforderungen der Absätze 1 bis 8 nicht möglich ist.“ Schwerpunkt ist also die „angemessene Aufsicht“: Situationsbedingt muss alles vorgenommen werden, was sinnvoll möglich ist. In diesem Zusammenhang könnte das „Führen wesentlicher Teile“ helfen.

Was passiert bei einem Diebstahl von Waffen/Munition aus der Jagdhütte, wenn alle schlafen?

Wenn Waffen oder Munition abhanden gekommen sind, ist gemäß § 37 Abs. 2 WaffG unverzüglich (so schnell wie möglich) die zuständige Behörde zu unterrichten. Verspätete Anzeigen bedeuten eine Ordnungswidrigkeit. Tipp: Kammer oder Vorderschaft entfernen und getrennt aufbewahren.

Wie müssen Blankwaffen aufbewahrt werden?

Für diese und andere erlaubnisfreie Waffen (z.B. Luftgewehre) ergeben sich keine Änderungen. Allerdings stellt der Gesetzgeber deutlicher als zuvor klar, dass auch freie Waffen vor dem Zugriff durch Unberechtigte geschützt und entsprechend gelagert werden müssen. Die Lagerung sollte mindestens in einem abschließbaren Holzschrank oder einem abschließbaren Raum (Besenkammer) erfolgen. Eine Armbrust muss verschlossen gelagert werden. Ein Bogen hingegen ist laut Waffenrecht keine Waffe. Verschlossen und ungeladen müssen auch Gas- und Signalwaffen gelagert werden.

Niemals geladen transportieren!

Das Mitführen geladener Waffen im Fahrzeug ist nach Waffengesetz und VSG Jagd verboten.


Gibt es Änderungen bezüglich des Waffentransportes?

Auf dem Weg zum Jagdrevier darf die Waffe nicht schussbereit (ungeladen) frei geführt werden. Beim Transport (z. B. zum Schießstand) darf sie weder schussbereit noch zugriffsbereit sein und muss sich in einem verschlossenen Behältnis befinden. Für „nicht zugriffsbereit“ gilt die Regel: Die Waffe darf nicht unmittelbar in Anschlag gebracht werden, also mit drei Handgriffen in drei Sekunden. Grundsätzlich empfehlenswert ist für den Transport ein separates Schloss am Waffenkoffer. Bei einer kurzfristigen Lagerung der Waffe (z. B. im Hotel oder in der Gaststätte) kann künftig ein wesentliches Teil der Waffe, wie das Schloss oder der Vorderschaft, erlaubnisfrei geführt werden. Der Vorteil dieses Vorgehens: Wenn die Waffe abhanden kommt (Diebstahl), ist sie wegen des fehlenden Teils nicht einsatzfähig.

Wie erfolgt der Transport zum Schießstand?

Waffen und Munition dürfen zum Schießstand nur ungeladen und verschlossen (Waffen- bzw. Munitionskoffer) transportiert werden.

Wie erfolgt der Transport von Waffen und Munition zur Jagd?

Auf dem Weg in das Jagdrevier entfällt die Verpflichtung, die Waffen „nicht zugriffsbereit“ zu führen, also der Transport im verschlossenen Behältnis. Die Waffen müssen lediglich ungeladen sein. Für den Transport der Munition gibt es keine weiteren Bestimmungen.

Was muss der Wiederlader beim Transport beachten?

Für den privaten Gebrauch können insgesamt folgende Gesamtmengen im Auto (Vorsicht: Nicht pro Person!) transportiert werden: Drei Kilogramm Schwarzpulver oder 50 Kilogramm Munition (Bruttomasse). Der Transport muss in „handelsüblicher“ Verpackung erfolgen.

Besitzverbote bei gewisser Munition

Munitionsaufbewahrung im Tresor


Was ist, wenn die Munition bei einem Händler bestellt wird und er per DHL liefert?

Die Verantwortung für den Transport trägt gemäß § 34 Abs. 1 S. 3 u. 4 der Versender: Werden sie zur gewerbsmäßigen Beförderung überlassen, müssen die ordnungsgemäße Beförderung sichergestellt und Vorkehrungen gegen ein Abhandenkommen getroffen sein. Munition darf gewerbsmäßig nur in verschlossenen Packungen überlassen werden.

Dürfen wesentliche Teile einer Waffe erlaubnisfrei geführt werden?

Bei Aufenthalt in Hotels oder Gasthöfen kann ein wesentliches Teil der Waffe (z.B.) Schloss, erlaubnisfrei geführt werden. Bei Diebstahl der Waffe wäre diese nicht einsatzbereit. Dies zielt darauf ab, dass ein Dieb eine nicht schießfähige Waffe möglicherweise eher zurücklässt.

Welche neuen Besitzverbote müssen vom Jäger beachtet werden?

Es gibt ein neues Besitzverbot für Geschosse mit Leuchtspur-, Spreng- und Brandsätzen sowie Hartkern und Treibspiegelgeschosse. Bisher war nur die entsprechende Munition verboten. Diese sind für Jäger nicht relevant, höchstens für Sammler. Hartkerngeschosse (z.B. mit sind Geschosse mit einer Brinellhärte über 400 HB. Bei Besitz von den genannten Geschossen und Munition riskiert der Legalwaffenbesitzer, seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Wie genau sieht die neue Amnestie-Regelung für illegale Waffen aus?

Ab dem 6. Juli 2017 ist die straffreie Abgabe verbotener Gegenstände – etwa Hartkerngeschosse – und nicht rechtmäßig besessener Waffen für ein Jahr bei der zuständigen Behörde möglich. Kriegswaffen und Kriegswaffenmunition, wie etwa Granatwerfer oder Granatwerfer-Munition, sind von der Amnestie ausgenommen.

Wann ist eine Verfassungsschutzabfrage vor Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis notwendig?

Zwingend notwendig ist sie gar nicht. Lediglich bei Personen, die dem Verfassungsschutz als Gefährder bekannt sind, werden die Daten des nationalen Waffenregisters gegengeprüft und dann die Waffen- oder Jagdbehörde in Kenntnis gesetzt.

 

Merkblatt zur Waffenaufbewahrung © dlv Jagdmedien

Merkblatt zur Waffenaufbewahrung

Die Regeln im Überblick

Unser Merkblatt mit allen Regeln zur Waffenaufbewahrung im Überblick gibt es hier zum Download.

Waffenaufbewahrung