Afrikanische Schweinepest: So beproben Sie Schwarzwild richtig

Dr. Thomas Patzelt
am
Mittwoch, 12.02.2020 - 09:38
Stück Schwarzwild mit Kammerschnitt und Probenstäbchen. © Dr. Thomas Patzelt
Ein Jäger öffnet ein erlegtes Stück Schwarzwild mit einem Kammerstich. © Dr. Thomas Patzelt

Das auffällige Wild oder Fallwild wird mit einem tiefen Kammerstich geöffnet.

Tupferproben nehmen

Der Tupfer sollte Schweiß und/oder schweißhaltiges Gewebe aufnehmen. Sehr gut geeignet ist die Probenahme im Kammerbereich. Hier kann Lungengewebe mit Schweiß oder Herzschweiß mit dem Tupfer aufgenommen werden. Bei stärkeren Stücken sollte die Kammer an „tiefer“ (= brustbeinnaher) Stelle eröffnet werden. Dann erreicht man mit dem Tupfer auch bei zusammengefallener Lunge das „Zielgebiet“!

Von der Klinge geführt, nimmt der Tupfer Schweiß in der Kammer auf. © Dr. Thomas Patzelt

Messer um 90 Grad drehen, den Tupfer an der Klinge ansetzen und in die Kammer gleiten lassen um Schweiß aufzunehmen.

Ein Kammerstich reicht schon aus

Die gezeigte Verfahrensweise ist praktikabel, zielführend (buchstäblich - der Tupfer gleitet, geführt an der Klinge, in die Kammer) und ist sauber - nur die Messerklinge kommt in Kontakt mit dem Wildkörper.

Soweit möglich, sollten bitte von jedem Stück 2 Tupferproben genommen werden (dies kann von derselben Stelle erfolgen). Der zweite Tupfer kann dann als Referenzprobe dienen. Probenröhrchen mit Tupfer erhalten Sie von den zuständigen Veterinärämtern.

Nach erfolgter Tupferprobenahme sollte die Messerklinge vor Ort z.B. mit einem handelsüblichen Desinfektionstuch von Schweiß und Gewebe grob gereinigt werden. Benutzt man Messer mit Kunststoffgriff und -scheide, kann man das gesäuberte Messer in die Messerscheide stecken und dann zu Hause Messer und Messerscheide mit heißem Wasser (≥ 70 °C für mehrere Minuten) „ASP-sicher“ desinfizieren.