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Afrikanische Schweinepest: Was ist ASP und wie erkenne ich sie?

Wildschwein-Tot-Wiese © Fotoschlick - stock.adobe.com
Die Afrikanische Schweinepest führt auch bei Wildschweinen zum Tod.

Die Afrikanische Schweinpest (ASP) bereitet zunehmend Jägern, Landwirten und der Politik Sorge. Die gefährliche Tierseuche breitete sich in den vergangenen Monaten und Jahren immer weiter in Europa aus – eine Einschleppung nach Deutschland ist zu befürchten. Wir haben die wichtigsten Fragen rund um die Schweinepest für Sie geklärt.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, an welcher sowohl Haus- als auch Wildschweine erkranken können. Die Virusinfektion führt zu schweren Erkrankungen und endet für die Sauen fast immer tödlich. Die Inkubationszeit beträgt drei bis 19 Tage.

Welche Symptome verursacht die ASP?

Die ASP äußert sich am Schwarzwild beim lebenden Stück durch verringertes Fluchtverhalten, Orientierungslosigkeit, Mattigkeit, Fieber und Ausfluss aus Nase und Auge. Bei Hausschweinen sind zudem massive Hautrötungen zu beobachten. Auch eine erhöhte Atem- und Pulsfrequenz kann ein Anzeichen sein. Bei einem perakuten Verlauf verenden die Tiere rasch ohne vorherige Anzeichen, bei akutem Verlauf setzt der Tod spätestens nach 15 Tagen ein.

Wie erkenne ich ASP an den Organen?

ASP_Einblutungen_in_die_Niere.jpg © Friedrich-Loeffler-Institut

Einblutungen (rote Pünktchen) in der Niere sind Zeichen der Schweinepest.

ASP-innere-Blasenwand © Dr. Armin Deutz

Punktförmige Blutungen an der inneren Blasenwand.

Kehldeckel-bedenkliche-Merkmale © Dr. Armin Deutz

Auch auf dem Kehldeckel sind die Einblutungen wahrnehbar.

ASP_Lymphknoten.jpg © Friedrich-Loeffler-Institut

Geschwollen-vergrößerte, blutreiche Lymphknoten sollten näher in Augenschein genommen werden.

Schwarzwild-Fallwild-Kadaver © Eike Mross

Da die ASP hochansteckend ist, sollte jedes tot aufgefundene Stück Schwarzwild, bei dem die Todesursache nicht klar ist, gemeldet werden.

Vom Mensch geht bei der Ausbreitung der ASP die größte Gefahr aus, z.B. über weggeworfene Fleischreste. © jenoche - stock.adobe.com

Vom Mensch geht bei der Ausbreitung der ASP die größte Gefahr aus, z.B. über weggeworfene Fleischreste.

Wie wird die Afrikanische Schweinepest übertragen?

In den afrikanischen Ursprungsländern wurde ASP durch die dort heimischen Leberzecken übertragen. In Europa erfolgt die Übertragung durch Ausscheidungen (vornehmlich Blut aber auch Sekret und Sperma) von Wild- oder Hausschweinen sowie über eine Aufnahme von Schweinefleischerzeugnissen (Besonders Rohprodukte!). Auch eine indirekte Verschleppung über Fahrzeuge, (Jagd-)bekleidung etc. ist möglich. Die Verbreitung durch den Menschen, beispielsweise durch weggeworfene Lebensmittel, gilt als Hauptursache für die schnelle großräumige Ausbreitung in Europa.

Seit wann gibt es die ASP?

Auf dem europäischen Kontinent grassiert die Afrikanische Schweinepest seit 2007. Damals trat sie zuerst in Russland, später auch in Weißrussland auf. Im Jahr 2014 wurde das Virus erstmals in Polen nachgewiesen. 2018 vermeldeten die Behörden in Belgien einen Ausbruch.

In welchen Ländern gibt es die ASP?

Seit Jahrzehnten grassiert ASP auf Sardinen, des Weiteren tritt die Seuche in Ungarn, Polen, dem Baltikum, Moldawien, Rumänien, und Bulgarien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien, sowie Aserbaidschan auf. Auch die Slowakei und Serbien sind betroffen. In Westeuropa gibt es Fälle in Belgien.

Die aktuelle Ausbreitung im beim Friedrich-Löffler-Institut einzusehen.

Was ist am ASP-Virus besonders?

Das Virus ist äußerst widerstandsfähig und bleibt in Blut 15 Wochen, im Knochenmark sechs Monate und in der Losung rund drei Monate infektiös. In Fleisch oder Schinken sind es rund fünf Monate.

Ist die Afrikanische Schweinepest für den Mensch oder Hund gefährlich?

Die Virusinfektion trifft ausschließlich Haus- und Wildschwein. Da es sich nicht um eine Zoonose handelt, stellt sie für den Menschen keine Gefahr dar. Auch über den Verzehr von Schweinefleisch kann der Virus nicht auf den Menschen übertragen werden. Hunde können sich ebenfalls nicht infizieren.

Ist eine Impfung gegen ASP möglich?

Auch wenn fieberhaft nach einem Impfstoff geforscht wird, gibt es aktuell keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest.

Was passiert bei einem Ausbruch?

Wenn die Afrikanische Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt wird, muss ein sogenanntes gefährdetes Gebiet festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet werden. Dazu gibt das BMEL folgende Größen an: "Als Anhaltspunkt kann gelten, dass das gefährdete Gebiet einen Radius von 15 km und die Pufferzone einen Radius von etwa 45 km um den Fundort oder Erlegungsort haben sollte."

Beim Ausbruch in Hausschweinebeständen müssen alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und in Tierkörperbeseitigungsanlagen unschädlich beseitigt werden. Es werden großflächige Sperrbezirke (Radius von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Betrieb) und Beobachtungsgebiete (Radius mindestens zehn Kilometer um den betroffenen Betrieb) eingerichtet, so das BMEL.

Welche Rolle spielt die Jagd bei der ASP?

Nicht nur bei der Früherkennung (Meldung von Fallwild und Beprobung der Stücke) spielen Jäger eine wichtige Rolle. Auch bei der Eindämmung der Schwarzwildbestände, bspw. durch Drückjagden, spielen Jagd und Jägerschaft die entscheidende Rolle.

Mit Material von Dr. Armin Deutz, dem FLI und dem BMEL.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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