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.280 Remington AI

7-mm-Patronen im Größenvergleich (v.l.): .280 Rem. AI, 7 x 57, 7 x 64, 7 mm Rem. Mag., 7 mm Blaser Mag. Foto: Roland Zeitler © Roland Zeitler

Parker Otto Ackley (25.5.1903 - 23.8.1989) war ein profilierter Custombüchsenmacher in Trinidad (Colorado, USA), der auch Beiträge für „Guns and Ammo“ sowie „Shooting Times“ in den USA schrieb. Er entwickelte zahlreiche Wildcats, die mit „Ackley Improved“ bezeichnet wurden. Bevorzugt nutzte er dazu Standardkaliber, damit ein Waffenumbau einfach möglich war. Sein Re-Design basierte auf einer scharfen (steilen) Schulter sowie einem mehr zylindrischen Hülsenkörper. Dadurch wird das Innenvolumen vergrößert und das Pulverabbrandverhalten beeinflusst. Eine höhere Leistung ist die Folge. Hülsen konnte man meist durch Fireforming mit Standardkaliber-Patronen einfach erhalten. Teils ließ sich aus den „Improved“ Patronenlagern auch das Ursprungskaliber verschießen, wenngleich dies nicht ideal war. Die .280 Remington von 1957 basiert auf der Hülse der .30-06 Springfield. Zuerst entwickelte Ackley aus der .30-06 Springfield eine 7mm-06 Improved mit 40-Grad-Schulter. Fred Huntington entwickelte kurz nach Erscheinen der .280 Rem. eine Wildcat mit 35-Grad-Schulter, die sich .280 RCBS nannte.
Ackley veränderte von dieser Wildcat den Schulterwinkel auf 40 Grad und hielt die Hülse ziemlich zylindrisch. Ihr Durchmesser beträgt über dem Boden 11,9 mm und vor der Schulter 11,652 mm. Damit war die .280 Rem. Ackley Improved geschaffen. Sie hat eine 64,14 mm lange Hülse mit Rille mit einem Bodendurchmesser von 12,01 mm. Die maximale Patronenlänge beträgt 84,58 mm und der Schulterwinkel liegt bei 40 Grad mit sehr kurzer Schulter. Der maximale Gasdruck beträgt 4481 bar.
Nosler brachte 2007 die .280 Rem. Ackley Improved als Fabrikpatrone mit SAAMI (Shooting Arms and Manufacturers Institute) Zulassung heraus. Waffen für die .280 Rem. AI fertigen Nosler, Kimber und Heym. Mit 150-grs-Geschoss liegt die Geschossgeschwindigkeit rund 30 bis 45 m/s höher als mit der .280 Rem. oder 7 x 64. Sie liegt in etwa gleich mit der 7mm Blaser Magnum und der 7mm Rem. Mag. Damit ist sie eine energiestärkere Patrone als 7 x 57, 7 x 64 und .280 Rem. Jagdpraktisch fällt sie in die Klasse der 7 mm Blaser Mag. und der 7 mm Rem. Mag.
Die .280 Rem. Ackley Improved lässt sich extrem angenehm und rückstoßmild schießen. Mit 140 grs Nosler AB Geschoss beträgt die Vo 960 (Eo 4181 Joule), auf 200 m sind es 831 m/s (3135 Joule) und auf 300 m 771 m/s (2699 Joule). Die GEE liegt bei 203 m. Die .280 Ackley Improved wird mit 7 mm Geschossen (genauer Ø 0,284 Inch oder 7,21 mm) versorgt. Üblich sind Geschossgewichte von 120 grs bis 175 grs (7,8 - 11,3 g). Ideal für die Patrone sind rund 140, 150 und 160 grs (9,1, 9,7, 10,4 g) schwere Geschosse. Die Patrone eignet sich ausgezeichnet für die Gebirgsjagd auf Gams, Steinwild und Rotwild. Sie ist ganz ideal für mittelstarkes Wild wie Dam-, Sika- oder Muffelwild. Ferner für Weißwedel- und Maultierhirsch sowie leichteres Steppenwild in Afrika wie Buschbock, Springbock oder Nyala.
Auch Reh- und Schwarzwild lässt sich mit ihr problemlos erledigen. Auf Rehwild war die Wildbretentwertung nicht zu hoch. Gegenüber ihrer Konkurrentin 7x64 hat die .280 Rem. AI alle Vorteile auf ihrer Seite insbesondere eine höhere Präzision und Leistung sowie das angenehme Schussverhalten. Bei ihr beträgt der Zugdurchmesser des 4-zügigen Laufs 7,206 mm und der Felddurchmesser 7,036 mm. Bei der 7 x 64 sind es 7,24 und 6,98 mm. Auch der Übergangskonus ist bei der 7 x 64 länger. Insgesamt ist die .280 Rem. AI eine viel modernere Patrone. Auch der weite Laufdurchmesser der 7 x 64 fördert nicht die Schussleistung, er ist ihr eher abträglich.
Hülsen und Patronen fertigt derzeit Norma für Nosler. Angeboten werden Laborierungen mit 140 grs Accubond, 150 grs Accubond Longrange, 160 grs Partition und mit 150 grs e-tip (= bleifrei).
Roland Zeitler


Eine Tabelle mit Geschwindigkeits- und Energieangaben finden Sie hier.