Michaela Kaniber bleibt Landwirtschaftsministerin

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.


PIRSCH: Frau Kaniber, Sie hatten nach nur wenigen Tagen im Amt einen vielbeachteten Auftritt auf dem diesjährigen Landesjägertag. Wie ist es Ihnen seitdem mit der bayerischen Jägerschaft ergangen?

Michaela Kaniber: Das war der dritte Tag meiner Amtszeit. Ich hatte aber schon immer Kontakt zu unseren Jägern. Etwa kurz vor meiner Berufung bei Sitzungen mit meiner Kreisgruppe. Die Hegeschauen und der Wolf waren da große Themen.

PIRSCH: Wir haben Sie als Politikerin mit Gestaltungswillen kennen gelernt. Haben Sie schon jagdpolitische Schwerpunkte identifiziert, die Sie angehen wollen? Was liegt Ihnen persönlich sehr am Herzen?

Michaela Kaniber: Ich bin derzeit noch stark am „Reinhören“. Die Jagd interessiert mich sehr, auch mein Vater ist Jäger. Deshalb habe ich vor Jahren auch mit dem Jagdschein angefangen. Allerdings musste ich aus Zeitgründen leider rasch wieder abbrechen. Das sind aber meine privaten Schwerpunkte. Jagdpolitisch werden sie mir durch die Afrikanische Schweinepest, den Waldumbau und die Verbesserung der Wildlebensräume fast schon von alleine vorgegeben.

Die Ministerin über den Umgang mit dem Wolf…

PIRSCH: Mit dem Wolf ist auch die Problematik der Rotwildgebiete verbunden. Muss man dem Hirsch nicht auch das gleiche Recht zugestehen wie dem Wolf?

Michaela Kaniber: Wenn es nach mir geht, wird es keine Auswirkungen des Wolfs auf die Rotwildgebiete geben.

PIRSCH: Das bedeutet, dass sich die Frage nach den Rotwildgebieten auch unabhängig vom Wolf nicht stellt?

Michaela Kaniber: Die letzte Überprüfung der Rotwildgebiete ist lange her. Man könnte das Thema also angehen, wenn das von allen Beteiligten gewünscht wird.

Michaela Kaniber zum Thema Afrikanische Schweinepest…

PIRSCH: Bayern hat neben viel Wald auch viel Feld: Nimmt der Erhalt des Niederwilds bei Ihnen einen ähnlich großen Raum ein wie das Schalenwild?

Michaela Kaniber: Unbedingt! Wir haben in Bayern unsere staatlichen Wildlebensraumberater. Sie leisten Großartiges für unser Niederwild, deshalb werde ich ihre Zahl weiter aufstocken. Auch beim Thema Kitzrettung machen wir uns zusammen mit der Landwirtschaft Gedanken …

PIRSCH: … dazu stehen ja auch zwei Anträge im Raum: Die Forderung des Bayerischen Jagdverbands von finanzieller Unterstützung für den Einsatz von Drohnen. Von der CSU kam ein etwas breiter angelegter Ansatz …

Michaela Kaniber: Die Arbeit mit Drohnen ist sehr vielversprechend. Aber ich wünsche mir da noch mehr. Blühstreifen am Wald- oder Feldrand z.B. bieten Anreize, die Kitze dort abzulegen und eben nicht in die offene Wiese. Ich hätte da gerne eine Gesamtstrategie. Bis zum Frühjahr 2019 soll dafür ein Konzept stehen. Auch weil es ein sehr emotionales Thema in der Öffentlichkeit ist.

Über die Notwendigkeit von Wildschutzgebiete

Zur Zukunft der Hegeschauen…

Diese Jäger sitzen im neuen Kabinett

Gerhard Eck (CSU): „… gelebtes Brauchtum, Nähe zur Natur und hervorragender Ausgleich zum Beruf.“ © Gerhard Eck

Gerhard Eck (CSU): „… gelebtes Brauchtum, Nähe zur Natur und hervorragender Ausgleich zum Beruf.“

Hubert Aiwanger © SN

Hubert Aiwanger

Bernd Sibler © Bernd Sibler

Bernd Sibler


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