Baden-Württemberg rüstet sich gegen die ASP

Sperrgebiet & Pufferzone: Was nur ein (!) Totfund im schlimmsten Fall nach sich ziehen könnte.


Auf einer Infoveranstaltung zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) des KJV Ravensburg unter Leitung von KJM Peter Lutz informierte unter anderem der Leiter der Obersten Jagdbehörde, Bernhard Panknin, über das 12-Punkte-Programm. Dabei stimmte er versöhnliche Töne an, indem er erklärte, dass die Jäger das Risiko nicht verursacht haben und man sie – auch finanziell – nicht allein lassen werde. „Denn schon ein weggeworfenes Wurstbrot aus Lettland, und wir haben einen Riesen-Sauerei“, leitete Panknin seinen Vortrag ein. Baden-Württemberg setzt mit dem 1. März 2018 die Jagdruhezeit für Schwarzwild aus und erlaubt mehr Kirrungen (5 statt 2 pro Jagdbezirk) – allerdings zeitlich befristet bis zum 28. Februar 2019. Zudem wird das Monitoring ausgeweitet, landesweite Verwahrstellen für Aufbrüche eingerichtet, ein finanzielles Jagdinfrastrukturprogramm auf die Beine gestellt, die Jagd in NSG erlaubt, ein Pilotprojekt „Saufang“ initiiert, die Wildbretvermarktung angekurbelt und ein ressortübergreifender Krisenstab beauftragt. Das Sondermaßnahmenpaket erstreckt sich auch auf den Einsatz von Nachtsichtvorsatzgeräten und Taschenlampen, die fallen nach dem oben erwähnten Stichdatum auch weiterhin nicht mehr unter die Sachlichen Verbote des JWMG, diese Änderung wird auch in Zukunft Bestand haben. Hierzu wurde das jagdrechtliche Verbot aufgehoben, während das waffenrechtliche im Bund (noch) weiter Bestand hat.

Was sind die rechtlichen Voraussetzungen?

BaWü hat hier eine rechtliche Hilfskonstruktion für die Beantragung durch Jäger geschaffen:

  • gilt für Aufsatz-/Vorsatzgeräte
  • für Revier-/Begehungsscheininhaber
  • alle jagdlichen Möglichkeiten müssen ausgeschöpft sein
  • Antrag bei der Unteren Jagdbehörde
  • Erteilung für ein bestimmtes Revier zur Jagd ausschließlich auf Sauen
  • eine Erfolgsdokumentation
  • befristet auf 3 Jahre oder kürzer

Persönliche Voraussetzungen

Persönlichen Voraussetzungen sind:

  • aktive Jagdausübung
  • keine Zweifel an der Zuverlässigkeit
  • eine Schulung

Das Supergau-Szenario

Welche Dimensionen der Totfund von nur einer (!) Sau bei ungüstigen Bedingungen nach sich ziehen kann, dokumentierte Peter Lutz anhand einer regionalen Karte (siehe Abb.). Dabei orientiert man sich an Tschechien, das den Ausbruch als einziges Land gut im Griff hat. Um das Kern-Sperrgebiet von 2000 Hektar zieht sich kreisförmig ein gefährdeter Bezirk mit 100 000 und darum nochmals eine Pufferzone mit 1,2 Mio. Hektar. Damit wären Deutschland, Österreich und die Schweiz betroffen.

 

Genauere Informationen zu der neuen Verordnung in Baden-Württemberg finde Sie in dieser News


Sascha Numßen Seit Mai 2011 PIRSCH-Chefredakteur. Geboren 1971 in Frankfurt (Hessen), Jagdschein seit 1994, Studium in München, Diplom-Forstwirt.
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