Ab in die Tonne?! - Munition richtig entsorgen

Munition darf auch weiterhin in einem abschließbaren Blechschrank aufbewahrt werden.


Im Laufe eines Jägerlebens sammelt sich so allerhand Munition an. Grund für dieses ungewollte Wachstum sind meist Waffenverkäufe. Was bleibt ist die fachgerechte Entsorgung der verbliebenen Munition. Damit dies aus Gründen der Kostenersparnis nicht wie früher zu Lasten der Umwelt geht (ab in den Dorfteich), hat der Gesetzgeber Bestimmungen erlassen, die die problemlose Entsorgung über die zuständigen Waffenbehörden regelt. Dies ist zwar mit etwas bürokratischen Aufwand verbunden, aber dafür kostenlos.

Munition nach Typ und Menge auflisten

Ordnung ist das halbe Leben. Wenn sich die Munition nicht eindeutig einer Waffe zuordnen lässt ist sie für jagdliche Zwecke unbrauchbar, weil die Treffpunktlage im Einsatz nicht bekannt ist. Rechts im Bild der Idealzustand: alles fein in der Originalsch


Wer sich trennen will, sollte als Erstes eine Liste anfertigen, in der die einzelnen Munitionsteile nach Typ, Kaliber und Menge aufgelistet sind. Steht fest, was und wieviel man abgeben will, ist ein Termin bei der Waffenbehörde unabdingbar. Denn die Übergabeprozedur braucht Zeit und wird in den meisten Ämtern im Vier-Augen-Prinzip vorgenommen. Das heißt, es müssen immer zwei Beamte anwesend sein, um den Übergabeakt und seine Richtigkeit bezeugen zu können.

Der Transport der Munitionsreste zum Amt sollte in einem geschlossenen Behälter erfolgen, in der die Patronen nochmals in Plastiktüten verpackt sind. Dadurch wird eventuell ausrieselndes Pulver zurückgehalten. Letzteres Problem entsteht häufig bei überlagerten Schrotpatronen, deren Hülse im Laufe der Zeit brüchig geworden ist. Wer solche Defekte schon zu Hause feststellt, sollte in jedem Fall vorsichtig damit umgehen.

Für registrierte Waffenbesitzer wird das Übergabeformular schon fertig personalisiert ausgedruckt und braucht nur noch unterschrieben werden. © Thomas Bock

Für registrierte Waffenbesitzer wird das Übergabeformular schon fertig personalisiert ausgedruckt und braucht nur noch unterschrieben werden.

Gründliche Überprüfung

Um die Prozedur einmal erlebt zu haben, brachten wir drei Schachteln Munition zum Landkreis nach Winsen. Wie beschrieben, wurden wir von zwei Beamten empfangen, die die nötigen Formulare schon vorbereitet hatten. Nach der Übergabe erfolgt der Weitertransport des „Gefahrguts“ in die Aufbewahrungskammer des Amtes. In der Sicherheitskammer angekommen, wird die Muntion einer Sichtprüfung unterzogen, bei der in erster Linie fetsgestellt werden soll, ob die Laborierungen noch intakt sind und sich keine Munition befindet, die nicht dem zivilen Waffenrecht unterliegt. Wer seine Munition korrekt übergeben hat, bekommt eine Quittung, die Sie zu ihren Waffenunterlagen legen sollten. Im Endeffekt ist es ein weiterer Nachweis ihrer Zuverlässigkeit, da sie in Hinsicht auf die öffentliche Sicherheit gegenüber dem Gesetz zuverlässig und verantwortungsvoll gehandelt haben.

© Thomas Bock

Auch an die Jungjägerausbildung denken

Neben den Waffenbehörden nehmen auch die meisten Büchsenmacher ihre alten Patronen an. Ob das mit Kosten verbunden ist, hängt allerdings vom jeweiligen Unternehmen ab. Wer noch intakte Munition in Original-Schachteln hat, wird diese bestimmt auch bei den Jungjäger-Ausbildern los. Hier ist oft ein Bedarf an gängigen Kugelkalibern für erste Handhabung und Zielübungen auf dem Schießstand, wobei die Präzision noch im Hintergrund steht und mehr der ungewohnte Knall zur Gewohnheit werden soll.

Munitionsboxen aus Kunststoff vom Jagdversender

Wer zukünftig herrenlose Munitionsteile im Schrank vermeiden will, sollte sich ein paar dieser sehr nützlichen Kunststoffboxen zulegen, in die bis 50 Schuss je nach Kaliber und Geschossform passen. Diese Boxen halten dem ständigen Rein und Raus nach, beziehungsweise vor der Jagd deutlich länger stand als die Pappschachtel der Munitionshersteller. Wer umfüllen sollte, muss in jedem Fall die ballistischen Daten und die Lotnummer der Originalschachtel mit übertragen. Die Kunststoffschachtel findet man beim einschläggen Jagdversendern oder in den Katalogen der Firmen die mit Wiederladerausrüstung und Zubehör handeln.

Ein übersichtliches Merkblatt über die Aufbewahrung von Waffen und Munition finden Sie hier.


Thomas Bock ist seit September 2017 bei den dlv-Jagdmedien. Das Steckenpferd des Niedersachsen ist die "Jagdausrüstung".
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