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Zwischen Hoffen und Bangen

Staatsminister Joachim Herrman bei der Eröffnungsrede. Foto: DIT


Die politischen Rahmenbedingungen sind es, die Herstellern wie Händlern gleichermaßen die Sorgenfalten auf die Stirn zeichnet – zumindest was den heimischen Markt betrifft. Pläne zur weiteren Verschärfung der Waffengesetze auf EU-Ebene, die Nationalen Waffenregister und die fortschreitende Umwandlung der Jagdgesetze in Bestimmungen zur "Schädlingsbekämpfung" sorgen bei den betroffenen Kunden wohl eher für gedämpfte Kauflaune.
International sieht es etwas besser aus. Darauf haben der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) und der Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) – die beiden ideellen Träger der IWA – vorab in einer Pressemitteilung hingewiesen: "Dass deutsche Jagd- und Sportwaffen weltweit beliebt sind, zeigt sich an den vorläufigen Produktionszahlen des Jahres 2013. Demnach haben die deutschen Hersteller Jagd- und Sportwaffen sowie entsprechende Waffenteile im Wert von ca. 330 Millionen Euro produziert, was eine Steigerung von rund 15 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Ausschlaggebend für diese Produktionssteigerung ist die hohe Exportnachfrage". heißt es dort.
Entwarnung für den heimischen Markt konnte auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei seiner Eröffnungsrede nicht unbedingt geben. Zwar lobte der Minister den verantwortungsbewussten Umgang von Jägern und Sportschützen mit ihren Waffen. Gleichzeite stellte er weitere Regelungen in Aussicht. Auch wenn im Koalitionsvertrag der Bundesregierung eine Verschärfung des Waffengesetzes nicht ausdrücklich vereinbart sei, wolle man das Waffengesetz "an die technische Entwicklung anpassen". Dabei wären zum Beispiel "neue Sicherungsysteme an der Waffe denkbar, sodass ausschließlich der Waffeninhaber mit dieser Waffe schießen kann", sagte Herrmann vor den Besuchern der Eröffnungsfeier.
Das "Imageproblem", welches mittlerweile auch der Veranstalter dem Jagdbereich attestieren, düften solche Maßnahmen aber kaum lösen. In einer Verlautbarung der Nürnberger Messegesellschaft heißt es dazu dann auch eher zaghaft: "Noch vor einem halben Jahrhundert gehörte die Jagd für den weitaus überwiegenden Teil der Bevölkerung zu den Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft. Diese Position hat sich insbesondere in den beiden letzten Jahrzehnten für die Jägerschaft spürbar verändert. Immer wieder kommt Kritik an der klassischen Jagd auf, jedoch ist diese differenziert zu sehen."
Die Zeiten, da sich Politiker völlig unbefangen mit einer Waffe in der Hand ablichten ließen (siehe Bild) und dabei auch nicht Gefahr liefen, dafür anderentags medial "gesteinigt" zu werden, liegen halt auch schon ein paar Jahrzehnte zurück.
PM/DIT/JMB