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Zweiter Wolf legal in Niedersachsen geschossen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Montag, 01.03.2021 - 17:15
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Wolf-Wald © AB Photography - stock.adobe.com
Die Ausnahmegenehmigung galt für den Rüden „GW1027m“ des Rudels (Symbolbild).

Wie der Landkreis Uelzen (Niedersachsen) heute bekannt gibt, wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag (26./27. Februar) im Raum Ebstorf ein Wolf erlegt. „Eine durch den Landkreis Uelzen bestimmte zur Jagd befugte Person“ hat das weibliche Tier auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung entnommen.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat den Kadaver geborgen und dem Senkenberg-Institut zur genetischen Untersuchung und Identifikation übergeben. „Mit dem Ergebnis der DNA-Analyse wird frühestens Ende der laufenden Woche gerechnet“, so der Kreis weiter.

„Die kontrollierte, konsequente Entnahme einzelner Tiere aus besonders auffällige Rudeln durch die öffentliche Hand ist für mich der richtige Weg. Denn eine solche Ausnahmegenehmigung erfolgt immer nach sehr sorgfältiger Prüfung und sie erfolgt nur, wenn diese verhältnismäßig ist. Die Alternative wäre, dass verzweifelte Weidetierhalter im Zweifel irgendwann selbst zum Gewehr greifen. Soweit darf es nicht kommen“, äußert sich Umweltminister Olaf Lies (SPD) zur Entnahme. Seiner Meinung nach bedeute ein Leben mit dem Wolf auch, dass man lernen müsse, einzelne Tiere durch den Staat kontrolliert und "nach sorgsamer Prüfung" zu entnehmen.

Ausnahmegenehmigung wird nun ausgesetzt

Der Landkreis Uelzen hatte die Ausnahmegenehmigung für den Rüden „GW1027m“ des Rudels aufgrund zahlreicher Risse und einem mehrfachen Überwinden von Herdenschutzmaßnahmen wie beispielsweise elektrifizierter Zäune oder Herdenschutzhunden erteilt. Insgesamt sei ein Schaden in Höhe von über 70.000 Euro durch das Ebstorfer Rudel entstanden.

Wie der Pressesprecher des Umweltministeriums gegenüber der Redaktion angibt, werde durch die Entnahme des weiblichen Wolfs die Ausnahmegenehmigung nun ausgesetzt. Sollten weiterhin Risse bei ordnungsgemäß gesicherten Weidetieren auftreten, könne die Ausnahmegenehmigung jedoch wieder aufgenommen werden. Wie im Falle der entnommenen Wölfin des Herzlaker Rudels vor wenigen Wochen, sei auch diesmal der Abschuss von der Genehmigung gedeckt, da laut Landkreis eine sichere Identifizierung eines Wolfs im Gelände nicht möglich sei.


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