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Zweifel an Wolfsangriff

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Donnerstag, 14.01.2016 - 01:00
Diese Wolfswelpen wurden im Juli 2014 bei Gartow abgelichtet. Foto: J. Kauer © J. Kauer

Auslöser war eine Berichterstattung der Landeszeitung Lüneburg. Dem Blatt zufolge soll ein Jogger am ersten Weihnachtsfeiertag auf zwei Jungwölfe getroffen und von einem Tier an der Hand „angeknabbert“ worden sein. Der zuständige Wolfsberater Peter Burkhardt, der die Schilderungen des Betroffenen als glaubhaft einstuft, habe daraufhin den Abschuss gefordert. Prompt stieß dies wieder eine Diskussion über verhaltensauffällige Wölfe an. Überdies wurde weiter die Informationspolitik des Niedersächsischen Umweltministeriums scharf kritisiert, denn der Vorfall im Gartower Forst ereignete sich bereits vor mehreren Wochen. CDU-Landtagsabgeordneter Ernst-Ingolf Angermann: „Die sofortige Bekanntgabe (...) zur Warnung der Bevölkerung wäre Pflicht und Aufgabe des Ministers gewesen“, heißt es in einer Mitteilung.
Achim Stolz, Pressesprecher der NLWKN-Direktion teilte nun mit, dass sich Zweifel aus der Befragung des Sportlers ergeben hätten. „Gründe dafür sind, dass das beschriebene Verhalten des Tieres für einen Wolf untypisch und Handkontakt sehr typisch für Hunde ist.“ Auch das beschriebene Aussehen spreche eher für einen Hund. Weiter heißt es, der Betroffene habe selbst die Möglichkeit eingeräumt, dass die Handverletzung (übrigens ein Kratzer am Daumen so der Wolfsberater im Interview mit dem NDR) auch auf andere Art entstanden seien könnte. Deshalb gehen das niedersächsische Wolfsbüro und das Umweltministerium davon aus, dass es sich vermutlich nicht um Wölfe gehandelt hat.
Fraglich ist dennoch, warum der Vorfall so spät bekannt wurde. Transparenz im Wolfsmanagement sieht anders aus.
MH