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Zwei Wildschweine im Schwarzwildgatter Stadtroda gequält

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Dienstag, 10.11.2020 - 11:48
tote-Sau-Stadtroda-weich © Schwarzwildgatter Stadtorda/Martin Balke
Die Bache hatte einen Schuss hinter dem Rippenbogen.

Der Gattermeister des Schwarzwildübungsgatters in Stadtroda (Thüringen), Martin Balke, ist sichtlich geschockt, als über das Geschehen berichtet. Wenige Tage ist es her, seit zwei der wichtigsten Übungsschweine in dem Ausbildungsgatter qualvoll misshandelt wurden. Bei der täglichen Kontrolle vergangene Woche Mittwoch fiel einem Gattermeister auf, dass die Tür zwischen Ruhe- und Übungsgatter offen stand. Weiterhin bemerkte er, dass der fast 10 Jahre alte Keiler des Gatters, welcher vor allem bei der Einarbeitung der Junghunde häufig verwendet wurde, eine Verletzung am Vorderlauf aufwies und äußerst schlecht gelaunt wirkte. Da der Keiler ihn wenig später versuchte anzunehmen, entschloß sich der Gattermeister dazu, den Keiler zu erlösen.

Stücke haben extrem gelitten

Bei der weiteren Kontrolle stellte man fest, dass zudem ein Stück Schwarzwild der Rotte fehlte. Da das Wildschwein auch am nächsten Tag nicht aufzufinden war, entschied sich der Hundemann dazu, die Sau mit seinem Schweißhund im Gatter zu suchen. Tatsächlich fand das Gespann wenig später die verendete Bache in der Dickung. Das Stück hatte einen weichen Schuss kurz hinter dem Rippenbogen, weshalb davon auszugehen sei, dass auch diese Sau nicht sofort verendete.

Die Art der Verletzungen lassen darauf schließen, dass die Stücke mit Vollmantelgeschossen gequält wurden.

Die Gattermeister stellten Anzeige wegen Sachbeschädigung, Tierquälerei und Hausfriedensbruch. So wie die Schussverletzungen aussehen, gehe man laut Gattermeister davon aus, dass die Sauen mit Vollmantelgeschossen verletzt wurden. Sowohl bei dem Keiler als auch bei der Bache sei die Kammer durch das Geschoss nicht geöffnet worden. Gattermeister Martin Balke sagte gegenüber der Redaktion: „So wie die Schüsse angetragen wurden, haben die Stücke extrem gelitten.“ Wer den Stücken das angetan hat, ist bislang völlig unklar und Gegenstand von polizeilichen Ermittlungen. Jedoch gehe man aufgrund des Sachverhalts nicht davon aus, dass es sich um Wilderei zur Fleischgewinnung handle. 

Nachtrag vom 11. November 2020

Zwischenzeitlich wurde in der Schulter des Keilers ein Projektil gefunden, welches die Gattermeister der Polizei zur weiteren Ermittlung übergeben haben.


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