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Zurück in die Zukunft?

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Donnerstag, 03.11.2016 - 17:52
Warben für eine aktive Rolle der Jagd: Heiner Sindel und Manuel Pretzl. Foto: JMB © JMB
Warben für eine aktive Rolle der Jagd: Heiner Sindel und Manuel Pretzl. Foto: JMB

Eingeladen hatte dazu einmal mehr Heiner Sindel, Vorsitzender des Bundesverbandes der Regionalbewegungen, Gastwirt und Jäger. Für das Impulsreferat zum Thema konnte er Manuel Pretzl, den Direktor des Deutschen Jagd und Fischereimuseum München gewinnen. Dieser lieferte souverän einen Überblick über das Spannungsfeld Jagd und Gesellschaft seit der vorgeschichtlichen Zeit bis herauf in unsere Tage.
Die Bruchlinien machte der Museumsmann an der Etablierung des "Adelsprivilegs" bei der Jagd, dessen späterer Abschaffung in der bürgerlichen Revolution von 1848 und schließlich am umweltpolitischen Diskurs spätestens seit den 1980er-Jahren fest. Und damit war auch schon der wesentliche Unterschied zwischen früher und heute definiert. Während es sich in der Vergangenheit hauptsächlich um soziale Spannungen zwischen Jagd und Gesellschaft handelte habe man es heute mit einer tiefgreifenden Entfremdung weiter Teile der Gesellschaft zu tun – speziell gegenüber dem Akt des Tötens von Tieren.
Bei der anschließenden munter und teilweise kontrovers geführten Diskussion zeigte sich, dass dies jedoch kein Grund zur Resignation sein muss. Wenngleich es nicht leicht sein dürfte, auch in Zukunft die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd in der gewünschten Breite zu erhalten. Welche Rolle Wildbret als hochwertiges Lebensmittel dabei spielen könnte, wurde eingehend beleuchtet.
Der Gastgeber setzte noch etwas drauf: Gesellschaftliche Akzeptanz reicht Heiner Sindel nicht, er reklamiert gesellschaftliche Relevanz für die Jagd. Dazu bedarf es nach seiner Überzeugung einer Verzahnung der Jägerschaft mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, die sich einer nachhaltigen Entwicklung in Stadt und Land verpflichtet fühlen und sich dafür engagieren.
Eine Erkenntnis schimmerte schließlich bei der Betrachtung der jagdpolitischen Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg doch noch durch: Solange es Wildtiere gibt wird es wohl auch immer auch irgendeine Form von Jagd geben. Wer diese ausübt und zu welchem Zweck hängt wohl nicht zuletzt davon ab, inwieweit es uns heutigen Jägern gelingt, unsere Rolle in der gesellschaft zu finden und zu behaupten.
JMB

Link: Das Programm der Feutwanger Fisch- und Wildtage 2016