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Zoff in den Verbänden

Wollen auch Landwirte mobilisieren: Die 1.000-Hörner-Initiatoren. Foto: Gummersbach&Hennings © Gummersbach&Hennings

Nachdem sich der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen auch bei den Landesjagdverbänden in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg jedwede Unterstützung für die geplante Kundgebung verbeten hatte, gerieten diese unter den Beschuss ihrer Mitglieder. Der LJV NRW hatte vornehmlich am Datum der Veranstaltung Anstoß genommen. Der LJV Rheinland-Pfalz hatte darauf einen Hinweis auf die 1.000-Hörner-Aktion von seiner Homepage genommen, der Hauptgeschäftsführer des LJV Baden-Württemberg, Dr. Erhard Jauch, hatte in einer Rundmail an die Kreisjägermeister und Kreisgruppen ebenfalls zu einem Verzicht auf Unterstützung für die Aktion gebeten. Das hatte für erheblichen Unmut an der Basis beider Jagdverbände gesorgt. Der LJV Baden-Württemberg hat darauf in einer erneuten Aussendung an die Basis reagiert – diesmal mit einem dreiseitigen Rundschreiben des Landesjägermeisters Dr. Dieter Deuschle. Darin bekundete Dr. Deuschle Verständnis für die Haltung vieler Mitglieder und stellte ihnen eine Teilnahme an der Kundgebung ausdrücklich frei!
Auch beim Landesverband NRW des Naturschutzbundes NABU e.V. hatte man sich mit einer Positionierung zu der Aktion offenbar die Finger verbrannt. Als Reaktion auf die angekündigte Protestkundgebung hatten Jagdgegner zu einer Gegendemonstration am 22. September in Düsseldorf aufgerufen. Dabei hatten jene das Logo der Anti-Aids-Kampagne missbraucht und in "Gib Jägern keine Chance" umgewandelt. Der NABU-NRW hatte die Abänderung übernommen und via Facebook zur Unterstützung der Aktion aufgerufen. Das führte zu Protesten unter den NABU-Anhängern. So wiesen Postings in dem Facebook-Auftritt des NABU-NRW darauf hin, dass es ohne Jagd nicht gehe und der Verband daher zu der falschen Demo aufrufe. Besonders pikant daran ist, dass sich die Organisation damit nicht nur politisch, sondern auch rechtlich auf fragwürdiges Terrain gewagt hatte. Denn die Initiatoren der 1.000-Hörner-Aktion hatten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits auf den Missbrauch des Anti-Aids-Kampagnenlogos aufmerksam gemacht. Seither versucht die Behörde fieberhaft, den Urheber des abgewandelten Logos ausfindig zu machen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Urheberrecht.
FM

Einen Filmbeitrag mit Hintergründen zu der Protestaktion finden Sie hier.