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Wer zahlt für wildernde Hunde?


Immer wieder kommt es zu Fällen, in denen Wild von freilaufenden Hunden gehetzt oder sogar gerissen wird. Dann entstehen dem Jagdpächter teils erheblicher Aufwand und auch Kosten. Er muss ins Revier fahren, dem Tier möglicherweise einen Fangschuss antragen und für die Entsorgung aufkommen. Außerdem muss er das gerissene Stück je nach Wildart und Region auch in die Streckenliste aufnehmen. In Einzelfällen kommen dann auch noch Kosten für tierärztliche Behandlungen hinzu, falls dem Stück Wild noch zu helfen ist.

Keine Anzeige nötig

Nun stellt sich vielen Jägern die Frage, wer eigentlich für diese Kosten aufkommen muss. Bleibt der Pächter darauf sitzen, oder kann er sie an den Hundehalter weitergeben? Wir haben dazu mit Rechtsanwalt und Jagdrechtsexperten Christian Teppe gesprochen. Er erklärt, dass sich eine Schadensersatzpflicht für den Besitzer des Hundes gegenüber Jagdpächter, Eigenjagdbesitzer oder Jagdgenossenschaft ergibt, wenn der Vierläufer Wildtiere verletzt oder tötet. Dafür bedarf es laut Teppe keiner Anzeige wegen Wilderei. Es laufen in einem solchen Fall zwei getrennte Verfahren ab, erklärt der Rechtsanwalt. Ein Zivilrechtlicher Anspruch und die Strafrechtliche Verfolgung. Eine rechtskräftige Verurteilung wegen Wilderei könne jedoch einem Schadensersatzanspruch dienlich sein.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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