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Zähe Laufvögel

Redaktion jagderleben
am
Sonntag, 29.11.2015 - 01:10
Kommen offenbar bei uns auch mit leicht winterlichen Verhältnisssen zurecht: Nandus. Foto: Sven-Erik Arndt © Sven-Erik Arndt
Kommen offenbar bei uns auch mit leicht winterlichen Verhältnisssen zurecht: Nandus. Foto: Sven-Erik Arndt

Dessen ungeachtet hält sich im Norden seit Jahren eine Nandu-Population in freier Wildbahn. Sie lebt in einem rund 100 Quadratkilometer großen Verbreitungsgebiet östlich des Ratzeburger Sees. Das Vorkommen umfasst 177 Tiere. Im Frühjahr waren 120 der Vögel registriert worden, im Herbst davor 144. Die Guppe hält sich im Grenzgebiet von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf und stammt von Tieren ab, die aus einer privaten Haltung ausgebrochen waren.
Nandus sind kleiner als Strauße, aber wie sie flugunfähig. Der Grund für eine Nanduhaltung in Deutschland ist wohl reine Liebhaberei: Ihr Fleisch gilt nicht unbedingt als schmackhaft, im Gegensatz zu dem vom Vogel-Strauß. Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums ist die Gruppe in Norddeutschland die einzige bekannte Population in Mitteleuropa, die sich etablieren konnte. Nandus ernähren sich vom Grün auf den Feldern und lieben jungen Raps. Natürliche Feinde haben erwachsene Vertreter dieser Art in Deutschland wohl nicht, lediglich Gelege, Küken und Jungtiere können Opfer von Füchsen oder Seeadlern werden.
Ungeachtet möglicher Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen lehnt das zuständige Ministerium eine Entfernung der Tiere aus der freier Wildbahn ab. Begründung: Die Laufvögel seien in ihrer eigentlichen Heimat vom Aussterben bedroht.
RJE/GGvH