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WWF übernimmt Polizeiarbeit

Dieser Bock verendete qualvoll in einer der Schlingen (Symbolbild).


Eine neu eingerichtete Hotline des WWF soll die Bevölkerung für Wilderei sensibilisieren. Dabei gehe es laut Wildtierrefernt Moritz Klose hauptsächlich um geschützte Tierarten wie  Luchs und Wolf. Die Aufklärungsquote in Fällen getöteter Großraubtiere ist nach Ansicht des WWF nicht hoch genug. Die Hotline ist rund um die Uhr besetzt. Man verspreche sich davon, dass die Hemmschwelle für Meldungen sinke, so Klose gegenüber der Redaktion. Diese sei vor allem im ländlichen Bereich gegenüber der Polizei recht hoch. In anderen Ländern würde ein solches Modell bereits erfolgreich laufen.

Anstieg der Wildereifälle in Bayern

Tatsächlich ist die Anzahl der Wildereifälle in Bayern laut Landeskriminalamt (LKA) im letzten Jahr gestiegen. Allerdings handelt es sich bei den illegal getöteten Tieren meist um Schalenwild. In diese Statistik fallen auch wildernde Hunde und Wildunfallopfer, die unerlaubt mitgenommen wurden. Allein im Ebersberger Forst wurden im letzten Jahr vier Stücke gewildert. Dr. Heinz Utschig, Leiter des Forstbetrieb Wasserburg erklärt: "Alle Kadaver wurden von unseren Berufsjägern aufgefunden." Außerdem müsse man laut Utschig aufpassen, dass man die Bevölkerung nicht übersensibilisiert. Dies könnte zu Störungen der geregelten Jagdabläufe führen.

Klose sieht darin kein Problem. Man wolle die Notrufhotline vor allem zur Aufklärung von Verbrechen an geschützten Arten nutzen. Meldungen über Wilderei jagbarer Arten sind weniger gewünscht.

Auf Nachfrage der Redaktion erklärte auch ein Pressesprecher des LKA, dass Indizien für Wilderei direkt der Polizei gemeldet werden sollten. Ein Zwischeschritt würde möglicherweise zum Verlust von Informationen führen.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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