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Wütende Jäger treffen auf Forstminister

Ludwig Fegg (l.) richtete klare Worte an Minister Helmut Brunner (r.). Foto: MW © MW

Gleich zu Beginn setzte der Initiator der Aktion, Ludwig Fegg, auf Konfrontation und stellte einige Forderungen an Staatsminister Brunner. So solle beispielsweise an bewährten, tierschutzgerechten Jagdmethoden wie der Ansitzjagd festgehalten werden. Bewegungsjagden seien nach seiner Ansicht nur noch auf wehrhaftes Schwarzwild legitim. Zeitgleich müsse in Bezug auf das Stoffwechseltief ein grundsätzliches Jagdzeitende auf wiederkäuendes Schalenwild ab dem 21. Dezember (Wintersonnenwende) gelten. Fegg: „Dadurch lassen sich Wildschäden deutlich reduzieren und das Ansehen der Jagd wieder in ein positives Licht rücken.“
Eine Vertreterin des "Tierschutzvereins des Landkreis Garmisch-Partenkirchen" warf den Staatsforsten vor allem die zur Tbc-Beprobung durchgeführten Wintergatter-Abschüsse vor.
Zeit für eine Stellungnahme wurde Brunner zu diesem Zeitpunkt nicht eingeräumt. Währenddessen holte Prof. Dr. Ernst Fink, Pressesprecher der Jagdagenda21, zum Rundumschlag aus: „Die Jagdstrategien der Bayerischen Staatsforsten sind für jeden vernünftigen Menschen unverständlich und unakzeptabel.“ Schnell kommt auch das „Verbissgutachten“ zur Sprache, dass Fink als „dilettantische Untersuchungen“ beschreibt und zeitgleich dessen Abschaffung fordert. Darüber hinaus seien Förster gar nicht in der Lage zu unterscheiden, ob eine Pflanze von einem Hasen oder von einem Reh verbissen wurde.
Ruhig und gelassen nahm der Forstminister die Vorwürfe auf. Er gab zu bedenken, dass sich die Anforderungen an die Jagd, wie unsere Kulturlandschaft, stark verändert hätten. Beispiel Schwarzwild: „Vor 20 Jahren wurden noch 3.000 Wildschweine erlegt, heuer sind es 60.000. Doch das Problem ist nicht kleiner, sondern größer geworden.“ Es sei nicht einfach, allen Wünschen und Zielen der Nutzer- und Schützerverbände gerecht zu werden. „In meinem Amt bin ich dafür zuständig, einen Kompromiss zu finden, den die breite Mehrheit trägt.“