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Wolfswelpe für Hund gehalten – Spaziergänger nehmen ihn mit

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Kathrin Führes
am
Montag, 26.07.2021 - 09:45
Wolfswelpe-laeuft-ueber-Baumstamm © Alexander von Düren - stock.adobe.com
Der junge Wolf wurde mit einem Hundewelpen verwechselt (Symbolbild).

In einem Wald bei Hünxe (Nordrhein-Westfalen) haben Spaziergänger einen entkräfteten und verletzten Welpen im Wald gefunden. Da sie ihn für einen Hundewelpen hielten, nahmen die Passanten das Tier mit nach Hause. Wie der „WDR“ berichtet, hätten die Finder den völlig mit Kot verdreckten Welpen in der Dusche säubern wollen. Dabei seien ihnen Zweifel gekommen, ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Hund handelt.

Nach Behandlung beim Tierarzt wurde der Welpe wieder ausgesetzt

Die Spaziergänger baten daher einen befreundeten Jäger um Hilfe. Dieser stellte nach Angaben des „WDR“ sofort fest, dass es sich bei dem Tier um einen Wolfswelpen handelt. Nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde brachte der Waidmann den Wolfswelpen zu einem Tierarzt, der das verletzte Ohr des Wolfes behandelte. Anschließend setzte der Jäger den Welpen auf Anweisung des Landesumweltamts wieder im Wald aus. Die Behörde habe ihm eine Stelle genannt, wo eine Wildkamera einige Tage zuvor eine Wölfin mit Gesäuge aufgezeichnet habe.

Wildtiere müssen nur in wenigen Ausnahmefällen „gerettet“ werden

Gegenüber der Redaktion erklärte ein Sprecher des Landesamtes für Naturschutz (LANUV), dass die Einschätzung, dass es sich um einen Wolfswelpen handelt, eindeutig gewesen sei und der Welpe, gedeckt, durch eine bundesweite Regelung, schnellstmöglich wieder in der Nähe des Rudels ausgesetzt werden musste. Dies sei auch direkt geschehen. Nachfragen zur Auffindesituation und wie, bzw. von wem der Wolf eindeutig als ein solcher identifiziert worden war, wollte weder das LANUV noch der Kreis Wesel gegenüber der Redaktion beantworten: Man verwies gegenseitig aufeinander. Sollte es kein reinrassiger Wolf gewesen sein, wäre das Aussetzen des Welpens ein massives Artenschutzvergehen.

„Grundsätzlich gilt bei Wildtieren, insbesondere bei wildlebenden Wölfen, diese niemals in einen direkten Kontakt mit dem Menschen zu bringen. Ob ein Wildtier verletzt oder krank ist, kann ein Laie in der Regel nicht erkennen. Auch wenn es grausam klingen mag, Wildtiere müssen nur in wenigen Ausnahmefällen „gerettet“ werden“, so der Sprecher gegenüber der Redaktion. Wölfe dürften auch nicht ansatzweise an den Menschen gewöhnt werden, um die natürlichen Verhaltensweisen nicht zu beeinflussen. „Wenn ein Wolf einmal die natürliche Scheu vom Menschen verloren hat, wird dieses Tier automatisch zu einer Gefahr für den Menschen und somit sich selbst, da diese Tiere sofort der Natur entnommen werden müssen“, so der Sprecher des LANUV abschließend. Ob der Welpe seinen Weg zum Rudel zurückgefunden hat, sei unklar.


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