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Wolfsverordnung: NABU legt Beschwerde bei EU ein

Wolfsrudel-heulend © Xaver Klaussner - stock.adobe.com
Die Wolfsverordung in Niedersachsen sorgt weiter für Ärger.

Erst Ende November hat Niedersachsen eine neue Wolfsverordnung veröffentlicht. Man wollte damit „auf der einen Seite dem Artenschutz und auf der anderen Seite den Weidetierhaltern“ gerecht werden. Dazu enthält die Verordnung auch Regelungen, wie „im Grundsatz mit problematischen Wölfen umgegangen wird.“ Umweltminister Lies sieht den Wolf in Niedersachsen nicht mehr als akut gefährdet. Plan sei es, mit einer Studie die Mindestanzahl zu bestimmen.

Abschuss von Problemwölfen würde keine Nutztierrisse verhindern

Der NABU hält die Wolfsverordnung jedoch für „EU-rechtswidrig“ und hat daher Beschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel eingelegt. Man sehe sich zu diesem Schritt gezwungen, da „Appelle in Richtung Politik, sich auf fachlicher Grundlage mit dem Thema Wolf zu beschäftigen, sang- und klanglos verklungen“ seien, so Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen. Niedersachsen stelle sich nicht den Herausforderungen, die mit einer „Koexistenz einhergehen“. Für den NABU gebe es keinen Grund, „von den offensichtlich und nachweislich zielführenden Maßnahmen – wie dem wolfsabweisenden Herdenschutz – abzuweichen.“ Der Abschuss von Problemwölfen würde zudem keine Nutztierrisse verhindern, sondern durch die Zerstörung der Rudelstruktur das Gegenteil bewirken. Man befürchte gar, dass es ein Schritt in Richtung „wolfsfreier Zonen an der Küste“ und „Wolfs-Abschussquoten“ sei.

NABU verkennt finanzielle Anstrengungen

Das Niedersächsische Umweltministerium wirft dem NABU-Vorsitzenden vor, „beim Wolfsthema weiter zu polarisieren.“ Umweltminister Olaf Lies sagt dazu: „Wenn der NABU behauptet, Niedersachsen stelle sich nicht den Herausforderungen der Koexistenz mit dem Wolf, verkennt er offenbar die beträchtlichen finanziellen Anstrengungen zum Herdenschutz, von denen u.a. auch das NABU-eigene Herdenschutzprojekt profitiert. Insgesamt hat Niedersachsen angesichts von mittlerweile 35 Rudeln im vergangenen Jahr Herdenschutzmaßnahen in Höhe von über fünf Millionen Euro gefördert.“

Die Wolfsverordnung halte sich in allen Punkten an das Bundesnaturschutzgesetz und damit auch an die FFH-Richtlinien. Es würde nicht um „die Etablierung wolfsfreier Zonen, sondern lediglich um die Entnahme derjenigen Wölfe, die in der Kulturlandschaft Niedersachsens die größte Gefahr für die Akzeptanz und damit die langfristige Überlebensfähigkeit der Art darstellen“, so das Ministerium in einer Pressemitteilung.


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