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Wolfsriss: Förster sollen ab Februar Risse begutachten

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Freitag, 28.01.2022 - 15:39
Schaf-gerissen-Wiese © Branislav - stock.adobe.com
Künftig übernehmen Bezirksförster die Rissbegutachtung (Symbolbild).

Ab Februar übernimmt in Niedersachsen die Landwirtschaftskammer die Rissbegutachtung nach mutmaßlichen Wolfsrissen in Niedersachsen. Die Arbeit, welche bislang von ehrenamtlichen Wolfsberatern geleistet wurde, soll dann von den Bezirksförstereien verrichtet werden. Im September 2021 hatte Umweltminister Olaf Lies im niedersächsischen Landtag bekanntgegeben, dass man das Wolfsmanagement in Niedersachsen weiterentwickeln wolle. Die ehrenamtlichen Wolfsberater sollen sich künftig vor allem auf die Aufklärung und Beratung in der Bevölkerung zum Umgang mit dem Wolf fokussieren sowie beim Monitoring unterstützen. „Um das zu gewährleisten, werden wir das Ehrenamt bei der Rissaufnahme entlasten und künftig in die Hände der Landwirtschaftskammer Niedersachsen legen“, so Olaf Lies damals.

Verfahren soll beschleunigt werden

Nun werden die zuständigen Bezirksförster die Schäden begutachten und ein Rissprotokoll anfertigen. Genproben sollen zwar weiterhin genommen werden, das Ergebnis Laboranalyse sei aber nicht für die Entschädigung entscheidend, so die Landwirtschaftskammer. Auf eine zeitaufwändige und teure DNA-Analyse von eindeutigen Fällen für Entschädigungen soll daher künftig verzichten werden, ausschlaggebend sei dann das Rissprotokoll der Förster. Man wolle dadurch das Verfahren beschleunigen.

„Durch die gute Ausbildung, die auch Zoologie, Ökologie und Wildbiologie umfasst, ist unser Personal für diese Aufgabe gut vorbereitet“, sagt Rudolf Alteheld, bei der Landwirtschafskammer Leiter des Geschäftsbereichs Forstwirtschaft. „Zusätzlich durchlaufen alle Försterinnen und Förster eine mehrtägige veterinärmedizinische Schulung, damit sie die durch Wölfe verursachten Rissspuren und sonstige Hinweise zielsicher erkennen können.“

Mehrere Wolfsberater legten Ehrenamt nieder

In den vergangenen Monaten hatten immer wieder Wolfsberater in Niedersachsen ihren Unmut über die derzeitige Situation geäußert oder waren von ihrem Posten zurückgetreten. Auch die Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) war dabei kritisiert worden. „Mich ärgert der Umgang des NLWKN mit seinem Wolfsberatern. Wir müssen die Risse umgehend dem Wolfsbüro melden, damit sie vor allen anderen informiert sind. Und dann wird man so ignoriert“, äußerte sich ein ehemaliger Wolfsberater gegenüber der Redaktion. Ein anderer Wolfsberater hatte seinen Rücktritt damit begründet, dass es mittlerweile zu viele Wölfe in Niedersachsen gebe. Er wolle nicht der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen, wenn einmal ein Mensch durch einen Wolf zu Schaden kommt. Die Sorgen der Bürger würden immer weiter zunehmen, nicht alle könne er mit Überzeugung beraten.

Um den zusätzlichen Aufwand durch die Rissbegutachtung leisten zu können, bekommen die Bezirksförstereien in Regionen mit vielen Übergriffen zusätzliches Fachpersonal. „Damit stellen wir sicher, dass wir die Beratungs- und Betreuungsarbeit für unsere Waldbesitzenden weiterhin in der gewohnten Qualität leisten können“, erläutert Forst-Geschäftsbereichsleiter Alteheld. Welche Bezirksförsterei der Landwirtschafskammer im Ernstfall zuständig ist, kann der Seite der Landwirtschaftskammer entnommen werden.


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