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Wolfsangriff auf Nabu-Pferde

Ist das der Täter? Einer der beiden Wölfe aus der Oranienbaumer Heide. Foto: C. Walter


Verwaltet werden die Flächen von der "Primigenius gGmbH" des Nabu. Seit 2008 wird das unter Naturschutz stehende, rund 800 Hektar große Gebiet eines ehemaligen Truppenübungsplatzes, von Konikpferden und Heckrindern extensiv beweidet. Wie die Gesellschaft mitteilt, sei es Mitarbeitern seit Ende 2015 gelungen, dort wenigstens zwei Wölfe zu beobachten. Mit Beginn der diesjährigen Fohlensaison nun die Übergriffe: „Innerhalb kurzer Zeit wurden zwei Fohlen sehr wahrscheinlich vom Wolf gerissen“, heißt es. Trotz veterinärärztlicher Behandlung verendete später ein Jungtier, zwei weitere wurden verletzt, sind aber wohlauf. Zwei Fohlen sind verschollen. Obwohl das Ergebnis der Genanalyse noch aussteht, sind sich die Verantwortlichen bereits jetzt sicher, dass ein Wolf die Pferde gerissen hat. „Die Spurenlage sei sehr eindeutig“, sagte Primigenius-Geschäftsführerin Stephanie Caspers im Gespräch mit der Redaktion.
Erste Erfahrungen habe man bereits im Sommer 2015 gemacht, als ein Konikfohlen nachweislich durch einen Wolf angegriffen wurde. Da diesem jedoch kaum etwas zustieß, glaubten die Tierhalter, dass sich die Pferde selbst ausreichend vor Angriffen schützen können. Dieser Einschätzung folgen die Verantwortlichen nach den jüngsten Rissen nicht mehr. Denn 24 Tiere wurden auf einen "wolfssicheren" Betriebsstandort (Wulfener Bruch) umgesiedelt. Dort sollen sie bleiben bis die Jungtiere nicht mehr ins Beuteschema des Räubers fallen.
Auf Herdenschutzmaßnahmen angesprochen sah Caspers keine Alternative zur Umsiedlung. Vor Zaunbaumaßnahmen müssten wegen der Kampfmittelbelastung die Fläche sondiert werden. Dies sei zu zeitaufwändig und kostenintensiv. Im Bewusstsein, dass der Nabu federführend an der Wolfs-Willkommenskultur beteiligt ist, sagte Caspers wörtlich: "Wir bewegen uns auf dünnem Eis." Aus diesem Grund habe sie die Vorfälle akribisch in einer Liste dokumentiert. Um Missverständnisse zu vermeiden, werde sie alle Details dazu nach vorliegender Genanalyse bekanntgeben. Abschließend betonte sie, dass ihr oberstes Ziel eine transparente Aufklärung der Sachverhalte sei.
MH
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