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Wolfsangriff: Abschuss in Österreich beantragt

Wolf-Riss-Schaf © Land Salzburg/ Hubert Stock
Manche Bauern haben die Hälfte ihrer Herden verloren.

Am vergangenen Wochenende attackierte ein Wolf eine Schafherde in Großarl (Pongau, Österreich). Dabei habe er mindestens 25 Schafe gerissen. Weitere Tiere werden vermisst. Die Besitzer brachten die übrigen Schafe wieder ins Tal gebracht. Einige von ihnen haben etwa die Hälfte ihrer Herde verloren.

„Wir haben uns das Rissbild angesehen, die DNA-Test-Ergebnisse stehen bei den neuen Fällen noch aus. Wir gehen aber davon aus, dass es sich um Wolfsrisse handelt“, so der Wolfsbeauftragte des Landes Salzburg, Hubert Stock in einer Pressemitteilung.

Bauern fordern Abschuss

Handlungsempfehlungen im Umgang mit dem Raubtier beinhaltet der Wolfsmanagementplan. Dieser besagt u.a.: Hat ein Wolf innerhalb eines Monats 25 Nutztiere verletzt oder getötet, trotz zumutbarer Schutzmaßnahmen oder in nicht schützbaren Bereichen, so kann ein Antrag auf Maßnahmen nach § 104 b Sbg Jagdgesetz 1993 i.d.g.F. bei der fachlich zuständigen Behörde eingereicht werden. Dieser ermöglicht Ausnahmen von den Schutzbestimmungen im Einzelfall zu unternehmen. Die Nutztierhalter wollen nun den Abschuss des Wolfes. Der entsprechende Antrag sei am Montag bei der Pongauer Bezirkshauptmannschaft eingereicht worden.

Krititk von Naturschutzorganisation

Kritik zur Abschussforderung komme jetzt vonseiten der Naturschutzorganisation WWF Österreich. Ein Abschuss auf Basis willkürlicher Risszahlen widerspreche dem EU-Naturschutzrecht, so Christian Pichler gegenüber Salzburg24. Bereits Ende Mai fielen zwei Schafe einem Wolf in Großarl zum Opfer. Eines der beiden war verletzt, das andere tot.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.