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Wolfsabschuss: Verein will Klage gegen Jäger einreichen

Wolf-Riss © Xaver Klaussner - stock.adobe.com
"Problemwölfe" sollen künftig leichter entnommen werden. Dafür fordert Niedersachsen eine Untergrenze für Wölfe und will Isegrim ins Jagdrecht aufnehmen.

Anfang Februar hat ein Jäger in Niedersachsen mit Abschussgenehmigung durch das zuständige Ministerium legal einen Wolf geschossen. Gegen den Jäger aber auch gegen den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies wollen Wolfsfreunde daher nun Anzeige erstatten. Der Verein wirft den Beteiligten vor, dass der „heimliche Abschuss“ gegen EU- sowie Deutsches Recht verstößt.

Gegenüber der Redaktion gibt das Ministerium an, dass bei Ihnen auf offiziellem Weg derzeit noch keine Anzeige eingegangen sei. Aufgrund von zu befürchtenden Anfeindungen will das Umweltministerium den Namen des Jägers unbedingt schützen. Ob dies auch möglich wäre, wenn der Fall vor Gericht kommen würde, ist unklar. Bereits im Dezember hatte die Ministerium erst verspätet über erteilte Abschussgenehmigungen berichtet, da man um die Sicherheit der Jäger fürchtete.

Niedersächsischer Landtag will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Auch im niedersächsischen Landtag war der Wolf gestern Thema. Dort stimmten die Abgeordneten einem Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen von SPD und CDU zu. Dieser hat ein Wolfsmanagement nach französischem Modell zum Vorbild und sieht eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht vor. In Frankreich gibt es eine Untergrenze von Wölfen. Nach Berichten des „NDR“ soll sich diese auf rund 500 Tiere landesweit belaufen. Alleine in Niedersachsen gebe es derzeit bereits 350 Wölfe. Umweltminister Lies wies im Landtag darauf hin, dass die Zahl der Wölfe dezeit um 30 Prozent pro Jahr ansteigen würden, die der Wolfsrudel sogar um 60 Prozent pro Jahr.

Ein Sprecher der FDP betonte in seiner Rede, dass niemand den Wolf ausrotten wolle, aber der Wolf müsse wie „jedes andere jagdbare Wild nach festen Abschussplänen auch bejagt werden.“ Die Entnahme von einzelnen Tieren per Ausnahmegenehmigung würde nicht ausreichen, so der Sprecher weiter. Die Koalition will nun beim Bund bewirken, dass eine Untergrenze festgesetzt wird. Der Wolf ist durch EU- sowie Bundesrecht unabhängig von der Aufnahme in das Jagdrecht weiterhin geschützt.

"Zahl der wirklich heftigen Kommentare nimmt ab"

Gegenüber der Redaktion äußerte sich Umweltminister Olaf Lies auch in einem Statement zu den Reaktionen auf den Wolfsabschuss. „Wir legen bei diesem sensiblen Thema bewusst viel Wert auf eine sehr sachliche Form der Darstellung unseres sorgfältigen Abwägungsprozesses: Wurden Herdenschutzmaßnahmen überwunden? Wir groß ist der entstandene Schaden? Und überwiegen diese Gründe den zu Recht hohen Schutzstatus des Wolfes. Das zahlt sich aus. Wir schauen uns die Kommentarlage beispielsweise in den Sozialen Medien sehr genau an. Hier stellen wir aber zunehmend fest, dass die Zahl der wirklich heftigen Kommentare abnimmt. Selbstverständlich gibt es einige Ausreißer, die weit über die persönliche Beleidigung hinaus gehen. Auch die politische Zuspitzung von interessierter Seite nehme ich sportlich. Gleichzeitig ist die Kommentarlage aber wesentlich ausgewogener, als das noch etwa vor einem Jahr der Fall war. Es wird sich mit den Argumenten konstruktiver auseinander gesetzt und unser Handeln durchaus anerkannt.“ Wenn man mit dem Wolf leben wolle, würde es auch zu der „neuen Normalitität“ gehören, dass der Bestand reguliert und gelegentlich einzelne Tiere entnommen werden müssen.


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