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Wolfsabschuss in Niedersachsen ausgesetzt

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
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Montag, 27.04.2020 - 06:58
Niedersachsen setzt die Jagd auf den Wolf aus - Grund hierfür ist die Klage eines Naturschutzverbandes. © Erich Marek
Niedersachsen setzt die Jagd auf den Wolf aus - Grund hierfür ist die Klage eines Naturschutzverbandes.

Nachdem Anfang April insgesamt drei Problemwölfe zum Abschuss freigegeben wurden, gab das Niedersächsische Umweltministerium jetzt bekannt, dass es vorläufig doch keine Tötung von Wölfen geben wird. Laut Umweltministerium bat das Verwaltungsgericht Lüneburg den Umweltminister Olaf Lies (SPD) darum, die Maßnahmen auszusetzen. Dieser Bitte soll entsprochen werden. Ein "eingetragener Naturschutzverein" hatte vor dem Gericht Klage eingereicht. Das Verwaltungsgericht Lüneburg entgegnete gegenüber der Redaktion, dass es sich bei dem Verein um einen "Verein zum Schutz der Wölfe" handelt.

Umweltminister Olaf Lies ist laut Ministerium davon überzeugt, dass alle Beteiligten an der Abschuss-Genehmigung „sorgfältig abgewogen und geprüft“ haben „Das Gericht bekommt damit Gelegenheit, die Ausnahmegenehmigung zu bewerten und beide Seiten anzuhören, ohne dass durch einen Abschuss Fakten geschaffen werden. Sollte das Gericht zu dem Ergebnis kommen, dass der vom Umweltministerium veranlasste Bescheid des Landkreises Uelzen sich im Klageverfahren voraussichtlich als rechtmäßig erweisen wird, kann die Maßnahme fortgesetzt werden, ohne das Ergebnis des Hauptsacheverfahrens abzuwarten. In jedem Fall gilt: Der Handlungsbedarf ist da. Die Weidtierhaltung ist uns wichtig. Wir investieren jedes Jahr Millionen in den Herdenschutz. Aber da, wo es nicht reicht, gibt es keine Alternative zur Entnahme“.

Abschussgenehmigungen laufen ohnehin aus oder werden ausgesetzt

Die Abschussgenehmigung für die Fähe im Bereich Herzlake (Emsland) lief ohnehin zum 15. April aus. Die anderen Genehmigungen sollten eigentlich bis zum 30. Juni gültig sein, wobei die Abschussbemühungen für die Wolfsfähe des Escheder Wolfsrudels (GW242f) vom 15. April bis zum 15. Mai ausgesetzt wurde. Dadurch wollte man vermeiden, dass die Versorgung eventuell gewölfter Welpen nicht weiter sichergestellt ist. 

Die Hintergründe

Niedersachsen hatte die Wolfsabschüsse nach der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes genehmigt.  Seit Anfang des Jahres dürfen so leichter jene Wölfe geschossen werde, die Schäden an Nutztierbeständen anrichten. Doch bislang ist das neue Prinzip in der Praxis noch nicht erprobt.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen fordert laut dpa Rechtssicherheit und Anonymität bei einer Beteiligung an der Tötung der Problemwölfe.

Eine beauftrage Firma hatte 14 Monate lang erfolglos versucht den "Rodewalder Rüden" zu entnehmen, der für zahlreiche tote Weidetiere verantwortlich ist. Dennoch gab es zahlreiche Kritiker für die Ausnahmegenehmigung. Die "Jagd" wurde Anfang April eingestellt, da der Wolf seit Juli 2019 nicht mehr nachgewiesen worden war. Auch als dieser Rüde zum Abschuss freigegeben wurde, hatte es Klagen gegeben.


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