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Wolfsabschuss: Minister Lies fordert Änderung bei der Entnahme

Künftig soll nach Willen des Minister Lies die Abschussgenehmigung nicht für einen spezifischen Wolf, sondern für einen Wolf des Rudels gelten. © Erich Marek

Künftig soll nach Willen des Minister Lies die Abschussgenehmigung nicht für einen spezifischen Wolf, sondern für einen Wolf des Rudels gelten.


Nachdem die Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m aus dem Rodewalder Rudel bis zum 31.05.2019 verlängert wurde, fordert der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies für die Zukunft eine Änderung der Ausnahmegenehmigung.

Wird ein Rudel auffällig, soll eine Ausnahmegenehmigung für einen Wolf, ohne individuelle Zuordnung, für das auffällige Rudel erlassen werden. Bleiben nach der Entnahme die Schäden nicht aus, würde man einen weiteren Wolf entnehmen. Lies dazu: „Es wird eine spannende Frage sein, ob sich eine Einzelfallentscheidung immer auf ein einzelnes Tier beschränken muss. Ein spezifisches Tier zu identifizieren ist oft kaum möglich. Ich könnte mir vorstellen zu sagen: In dieser Region gibt es Risse, für die ein Rudel verantwortlich ist. Es geht nicht darum, das ganze Rudel auf einmal zu entnehmen, sondern einzelne Tiere, um danach zu sehen, ob sich die Situation damit verbessert.“ Damit nimmt der Minister Bezug auf einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (LEX-Wolf) von Mecklenburg-Vorpommern.

Aufnahme ins Jagdrecht

In einem Interview gegenüber der dpa hatte Lies auch die Probleme bei der aktuellen Suche nach GW717m erläutert. Neben dem großen Streifgebiet, würden auch Störer vor Ort die Tötung des Problemwolfes erschweren. Man habe jedoch keine Handhabe gegenüber den Störern, so eine Pressesprecherin im Gespräch mit der Redaktion. Die Wolfsbefürwörter würden sich offiziell in den Waldgebieten zu Spaziergängen oder Müllsammelaktionen treffen.

Auch sei die Zusammenarbeit mit den örtlichen Jagdpächtern sei schwierig, da viele Angst vor einer öffentlichen Diffamierung hätten. Damit die „Jäger vor Ort als Partner zur Verfügung stehen“ müsse einen Grundlage geschaffen werden, erläutert der Minister. Dabei könnte die Aufnahme von Isegrim ins Jagdrecht eine Rolle spielen, die Olaf Lies für die Zukunft nicht ausschließt. „Ein Wolf mit problematischem Verhalten (wie aktuell bspw. GW717m) würde dann im Rahmen einer nur für diesen Wolf ausgesetzten Schonzeit von den lokalen Jägern geschossen werden können. Dies würde die Umsetzung der Ausnahmegenehmigung deutlich vereinfachen, weil die ortskundigen Jäger in eigener Verantwortung handeln können“, so das Umweltministerium.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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