+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.231 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 25.1.2022) +++
Home News Wolfsabschuss: Grüne streiten sich mit Umweltministerium

Wolfsabschuss: Grüne streiten sich mit Umweltministerium

Fokko Kleihauer © Fokko Kleihauer
Fokko Kleihauer
am
Donnerstag, 02.12.2021 - 09:15
Wolfblick-FK © byrdyak - stock.adobe.com
Wolfsabschüsse sind nach wie vor ein umstrittenes Thema.

Ausnahmegenehmigungen für Wolfsabschüsse rufen viel Emotionen hervor. Da kommt es schnell zu Drohungen gegenüber Jägern oder Weidetierhaltern im Netz. Niedersachsens Umweltministerium veröffentlicht deswegen nicht, wie viele aktive Ausnahmegenehmigungen es gibt. Das sei nicht zulässig, meinen die Landtagsabgeordneten Christian Meyer und Imke Byl (Beide Bündnis 90/Grüne).

Diejenigen schützen, die an der Entnahme beteiligt sind

Zuvor hatte das Ministerium eine parlamentarische Anfrage von Limburg und Byl zu dem Thema nicht beantwortet. Die Begründung: Man müsse diejenigen schützen, die an der Entnahme beteiligt sind.

Gemeinsam mit dem grünen Bundestagsabgeordneten Helge Limburg wollen die beiden Landtagsabgeordneten vor dem Staatsgerichtshof Niedersachsen erreichen, dass das Umweltministerium aktuelle Ausnahmegenehmigungen und die Begründung für diese veröffentlichen muss.

„Aktuell kontrolliert Niedersachsens Regierung den Informationsfluss zum Wolf“, prangerte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christian Meyer, während der mündlichen Verhandlung am Mittwoch an. „Das halten wir für problematisch“.

Wenn nichts zu den aktuellen Abschussgenehmigungen und deren Begründung bekannt sei, könne man nicht auf Augenhöhe die Politik der Regierung kritisieren, führte Meyer weiter aus.

Weiterhin wolle man überhaupt nicht Daten veröffentlicht sehen, die zur Identifikation möglicher Beteiligter dienen könnte, sagte Limburg.

Sogar Kinder von Jägern seien schon belästigt worden

Für das Ministerium steht der Schutz der Beteiligten an erster Stelle. Würden zu viele Details zur aktiven Ausnahmegenehmigung veröffentlicht, bestehe die Gefahr von „Doxxing“. Anschriften von Jägern oder Weidetierhaltern könnten im Internet veröffentlicht werden.

Berichte man allerdings über eine bereits erfolgte Entnahme, „bestehe für Wolfsschützer kein akuter Handlungsbedarf mehr“, argumentierte Staatsekretär Frank Doods vor den Richtern. Immer wieder würden diese im Netz beleidigt und sogar bedroht werden. Sogar Kinder von Jägern seien schon belästigt worden.

Wie das Verfahren ausgeht, ist nur schwer abzusehen. Anfang 2022 soll das Urteil gefällt werden.


Kommentieren Sie