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Wolfsabschuss: Grüne kritisieren getötete Wölfe als „Bauernopfer“

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Kathrin Führes
am
Samstag, 10.04.2021 - 07:06
Wolf-heulend © Julia - stock.adobe.com
Über das Alter der getöteten Wölfe gibt es Diskussionen.

Die Diskussionen um die legal geschossenen Wölfe in Niedersachsen reißen nicht ab. Bevor in der Nacht zum 7. April der dritte Wolf erlegt wurde, hatte die Landtagsfraktion der Grünen bereits einen sofortigen Stop der Jagd auf Wölfe gefordert. Christian Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und naturschutzpolitischer Sprecher, sagte dazu: „Die geheimen Abschusslisten von Umweltminister Olaf Lies haben zu einem doppelten Fehlabschuss geführt. Offensichtlich können die von Lies beauftragten Schützen die gesuchten Wölfe nicht nach Alter und Geschlecht identifizieren. Das ist aber Voraussetzung für korrekte Entnahmen.“ Er bezeichnet die beiden getöteten Tiere als „Bauernopfer“.

Alter der Tiere sorgt für Diskussionen

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz stuften die beiden Tiere als „Welpen“ ein, das Umwelministerium führt die beiden erlegten Wölfe als „Jährlinge“ auf. Ein Abschuss von Welpen sei durch die Abschussgenehmigung nicht gedeckt gewesen.

Auf Nachfrage der Redaktion gibt das Umweltministerium dazu an, dass die Wortwahl „Welpe“ insgesamt irreführend sei, da damit landläufig zumeist zwei- bis höchstens dreimonatige Jungtiere assoziiert werden. „Dies ist in beiden Fällen eindeutig nicht der Fall“, so ein Sprecher des Ministeriums. Nur die Tötung von Welpen, die sich noch nicht selbst versorgen können, sei verboten. Beide Tiere seien jedoch nicht mehr gesäugt worden. „Sowohl das Herzlaker als auch das Ebstorfer Rudel jagt gemeinsam mit den juvenilen, also auch den unterjährigen Tieren. Dies ist auch bei der rechtlichen Bewertung für uns ausschlaggebend“, erläutert das Umweltministerium weiter. Die Abschüsse seien daher vollumfänglich vom Bundesnaturschutzgesetz gedeckt.


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