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Wolfsabschuss erlaubt

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Dienstag, 24.02.2015 - 01:00
Schwer zu vertreiben: Dieser Wolf könnte erschossen werden... Foto: Wildpark Eekholt © Wildpark Eekholt

Der Übergriff eines „verhaltensauffälligen“ Wolfs ereignete sich im Kreis Herzogtum Lauenburg östlich von Mölln. Dabei verletzte das Raubtier vier Schafe, von denen zwei verendeten. Der Rest der Herde wurde auseinandergetrieben. Wie das Umweltministerium des Ministers Robert Habeck (Grüne) mitteilt, verhielt sich der Wolf im Vergleich mit allen bisherigen Erfahrungen höchst ungewöhnlich und zeigte auch bei menschlichen Vertreibungsversuchen keine Scheu: Die Personen, darunter auch ein Wolfsbetreuer, konnten sich dem Tier bis auf unter zehn Meter nähern: „Erst nach 10 bis 15 Minuten gelang es ihnen, den Wolf von den Schafen zu trennen“, erklärte Nicola Kabel, die Ministeriumssprecherin im Gespräch mit der Redaktion.
Aufgrund der beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten und der hierdurch zu befürchtenden Gefahren, erteilte das Ministerium dem zuständigen Wolfsbetreuer die Genehmigung, das Tier gegebenenfalls mit Gummigeschossen zu verscheuchen oder es in letzter Konsequenz zu töten. Am gleichen Tag entstand nur wenige Kilometer entfernt ein Video mit einem Wolfsnachweis – ob es sich bei dem Tier um den gleichen Wolf handelt, konnte noch nicht geklärt werden.
Das schleswig-holsteinische Umweltministerium hat alle Hundebesitzer im Großraum Mölln aufgerufen ihre Vierbeiner nicht unangeleint laufen zu lassen.
PM/MH


Aktulisierung vom 25. Februar:

Bereits vor den aktuellen Geschehnissen in Schleswig-Holstein hat sich höchstwahrscheinlich der selbe Wolf in Mecklenburg-Vorpommern "verhaltensauffällig" gezeigt, wie das Umweltministerium mitteilt. Am 19. Februar wurde das Tier in der Gemeinde Vellahn beobachtet. Einen Tag später hielt sich der Wolf morgens zwei Stunden in Rodenwalde auf. Er lief um Dorf umher und zeigte auch dort keine Scheu vor Menschen. Unter anderem versuchte das Tier auf einen Hof zu gelangen, auf dem sich eine läufige Hündin befand. Noch am gleichen Tag begab sich der Grauhund in die Ortschaft Granzin, wo er sich aus geringer Entfernung fotografieren ließ. Diese Sichtungen bestätigen das Ministerium in seiner Entscheidung, das Tier vergrämen oder gar töten zu lassen.
PM