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Wolfangriffe: 617 Attacken auf Hunde registriert

Einige Wölfe neigen eher dazu Hunde anzugreifen als andere (Symbolbild). © Erich Marek

Einige Wölfe neigen eher dazu Hunde anzugreifen als andere (Symbolbild).


Welche Auswirkung Wölfe auf Jagdhunde haben können, zeigen Statistiken von Rovbase, einer Datenbank der Umweltbehörde. In Skandinavien wurden von 1995 bis Mai 2018 617 Wolfsangriffe auf Hunde registriert. 400 der Angriffe endeten für den Hund tödlich, so das Norwegian Institute for Nature Research in einer Pressemitteilung. Das bedeutet, dass jährlich über 30 Hunde Isegrim in Skandinavien zum Opfer fallen. Die meisten Angriffe geschehen in der Hauptjagdzeit zwischen September und Dezember. Acht von zehn Hunden wurden bei der Jagd auf Elche und Hasen attackiert.

Es konnte ebenfalls festgestellt werden, dass einige Wölfe eher geneigt seien, Hunde anzugreifen als andere. Das ergaben überdurchschnittliche hohe Angriffszahlen in bestimmten Regionen. Auch Untersuchungen aus Finnland und den USA bestätigten diese Annahmen.

Jäger wollen Hundehaltung nicht aufgeben

Befragungen zeigten, dass Jagdhundebesitzer tendenziell negativer dem Wolf gegenüber eingestellt sind als Besitzern von Haushunden. Außerdem sei das Risiko generell gering, dass ein Hund von einem Wolf attackiert wird und würden mit den Gebieten zusammenhängen, in denen die Wölfe vorkommen, so die Forscher. Angriffe würden zum größten Teil nur in Wolfsrudel-Gebieten stattfinden. Dadurch sei die Gefahr für „normale“ Haushunde nicht ganz so groß, steige aber für Jagdhunde bei Einsätzen in diesen Arealen.

Trotzdem gab die Hälfte der Jäger an, dass sie die Hundehaltung nicht überdenken würden, da sie die Vierbeiner bei der Jagd brauchen würden. Jedoch antwortete jeder Vierte, dass er Vorsichtsmaßnahmen in Form von Schutzwesten oder ähnlichem treffen würde.

Wolfsbestände werden reguliert

In Teilen Skandinaviens wird immer wieder eine bestimmte Anzahl von Wölfen zum Abschuss freigegeben. Im Winter 2017/18 erlegten Jäger in Norwegen und Schweden rund 80 Wölfe.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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