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Wolfabschuss wird "durchgewurstelt"

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Freitag, 21.11.2014 - 01:00
Direkt hinter dem Haus riss der Wolf das Schaf. Trotz Elektrozaun. Foto: Tages-Anzeiger © Tages-Anzeiger
Direkt hinter dem Haus riss der Wolf das Schaf. Trotz Elektrozaun. Foto: Tages-Anzeiger

Politiker Engler von der Christlich-<br>demokratischen Volkspartei (CVP). Foto: P. Oettli

Aktuell leben solitäre Wölfe und ein Wolfsrudel in der Schweiz. Bestätigt haben Wildbiologen bis September 24 Tiere. Für deutsche Verhältnisse scheint die Zahl recht gering, dennoch tauchten bereits ernstzunehmende Vorfälle auf. Schweizer Medienberichten zufolge habe die zuständige Behörde im Sommer eine Abschussgenehmigung verweigert, obwohl ein Grauhund 60 Schafe gerissen hat. Mitte Oktober riss ein Wolf ein Schaf am Walliser Dorf Eischoll – unweit eines Kinderspielplatzes, wie das Onlineportal www.tagesanzeiger.ch berichtete.
Vorfälle, die rechtzeitig zum Handeln aufrufen. Das dachte sich auch der Graubündner Politiker Stefan Engler (CVP) und reichte bereits Anfang des Jahres eine Motion ein. Englers Forderung: Abschusserlaubnis von Wölfen, bevor diese Schaden anrichten. Im Mai stimmte der Bundesrat dem Begehren zu. Seit Dienstag, den 18. November, gab auch die UREK ihre Zustimmung bekannt – ohne Gegenstimme, bei 2 Enthaltungen. Wenn der Nationalrat am 4. Dezember die Motion ebenfalls „absegnet“, wird das Jagdgesetz überarbeitet.
„Wir sind natürlich nicht einverstanden“, erklärte Christina Steiner, Präsidentin vom Verein CHWolf, gegenüber jagderleben. Auf einen Widerspruch zur Berner Konvention angesprochen zeigte sie wenig Optimismus: „Das werden die schon irgendwie durchwursteln.“ Womöglich eine richtige Einschätzung. In einer Stellungnahme des Bundesrates vom 14. Mai heißt es dazu: „Eine entsprechende Anpassung des Jagdgesetzes ist im Einklang mit der Berner Konvention.“ Engler ist durch die Resonanz des Ständerats überzeugt: „Mit einer neuen Regelung könnte die Akzeptanz des Wolfes bei der betroffenen Bevölkerung verbessert werden.
MH