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Wolf: In zwei Nächten 25 Stück Gatterwild gerissen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Montag, 08.03.2021 - 17:10
Muffel-Riss © DRB
Neben Rotwild rissen die Wölfe auch die vier Stück Muffelwild.

In zwei Wildgehegen im Landkreis Bayreuth (Bayern) sind vor wenigen Tagen mehrere Stücke Wild gerissen worden. Die aufgefundene Situation sowie die Rissbilder deuten laut Landesamt für Umwelt (LfU) auf den Verursacher "Wolf" hin.

Der erste Vorfall ereignete sich Ende Februar. Wie der Gatterbetreiber gegenüber der Redaktion berichtet, erfuhr er am Vormittag des 27. Februars telefonisch, dass mit seinem Gehege etwas nicht stimme. Vor Ort stellte er dann fest: Von seinen 18 Stück Rotwild wurden drei trächtige Alttiere gerissen. Sechs weitere Stücke sind über den zwei Meter hohen Drahtzaun geflüchtet. Neun der Tiere hielten sich noch im Gatter auf. Neben dem Rotwild wurden aber auch die im Gehege befindlichen vier Stücke Muffelwild getötet. Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer seien kurz darauf vor Ort gewesen und haben die Risse untersucht, DNA-Proben genommen sowie Losung eingesammelt, berichtet der Gatterbetreiber weiter. Dabei habe man auch fünf Grabstellen am Zaun gefunden.

18 Stück Damwild gerissen

Am 3. März hat sich der zweite Angriff in einem Wildgatter nahe Illafeld (Landkreis Bayreuth) ereignet. Dort wurden insgesamt 18 Stück Damwild gerissen. Auch hier schließt man anhand der Spuren auf Wölfe als Verursacher, so das LfU. Dort habe man ebenfalls Grabstellen gefunden, so der Besitzer des Rotwildgeheges zur Redaktion. An dem Damwildgatter gelang es mithilfe einer Wildkamera zwei Wölfe – eines davon ein starker Rüde – zu dokumentieren. „Jetzt stehen wir vor der Misere“, kommentiert der Rotwildbesitzer das Geschehen.

Das LfU weist daraufhin, dass beide Gatterzäune keinen gesonderten Schutz vor Wolfsübergriffen aufwiesen. Nun solle ein 1,40 Meter hoher Elektrozaun Wölfe vor weiteren Rissen abhalten, so der Rotwildgatterbesitzer. Frische Wolfsspuren hätten die Wirksamkeit des kurfristig zur Verfügung gestellten Zaunmaterials bereits am Rotwildgatter bewiesen, teilte das LfU mit. Die Ergebnisse der DNA-Analyse liegen bislang noch nicht vor, so ein Pressesprecher des LfU auf Nachfrage der Redaktion. Diese werden im Lauf dieser oder kommender Woche erwartet.

 

Wie aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums kurz nach den beiden Vorfällen hervorgeht, fordert Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eine leichtere Entnahme von Wölfen. „Die zunehmenden Wolfsrisse und die Bestandszahlen zeigen, dass wir hier dringend handeln müssen. In einem dicht besiedelten und genutzten Land muss die Politik aktiv regelnd einschreiten. Wir dürfen keine Zeit mehr mit Debatten darüber verlieren, wie der Wolf zu schützen ist und wie er sich noch zahlreicher verbreiten kann. Jetzt geht es um den Schutz der Weidetiere, bloße Entschädigung ist nämlich nicht die Lösung. Die Weidetiere leisten wertvolle Landschaftspflege und sind Erwerbsgrundlage für viele Bauernfamilien und Schäfer. Die Wolfsbestände müssen frühzeitig reguliert werden “, äußert sich die Ministerin in der Presseaussendung.


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