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Der Wolf wird zu teuer

admin
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Mittwoch, 26.10.2016 - 16:25
Jungwolf am Riss (Symbolbild). Foto: Armin Hofmann © Armin Hofmann
Jungwolf am Riss (Symbolbild). Foto: Armin Hofmann

Die Zäune des betroffenen Landwirtes sind 1,40 Meter hoch und fest verbaut. Sie gelten somit als "wolfssicher". Doch das wissen offenbar die Raubtiere nicht, denn erneut haben sie Anfang Oktober 29 Tiere gerissen. Vor etwa einem Jahr verbuchte der gleiche Schäfer 21 Risse. Nun soll zusätzliches Flatterband seine Herde sichern, so der Rat des LUPUS-Instituts. Immer häufiger gelingt es den Grauen, "wolfssichere Barrieren" zu überwinden, wie die Statistik der Wolfsexperten zeigt.
Insgesamt bekam der Bautzener bisher 15.000 Euro für Entschädigungen und präventive Maßnahmen. Laut der EU-Förderrichtlinie ist damit das Maß jetzt aber voll, da jedem Schäfer lediglich diese Summe im Drei-Jahres-Turnus zusteht. So schreibt es die Richtlinie vor. Wird dieser Betrag überschritten, werden nur noch 80 Prozent der Kosten übernommen. Doch das Ministerium hat sich für seine Landwirte eingesetzt und andere Geldquellen gefunden. "Dankenswerterweise hat sich die "Gesellschaft zum Schutz der Wölfe" auf Initiative unseres Hauses hin zu einer Unterstützung bereit erklärt", berichtet Ministeriumssprecher Frank Meyer im Gespräch mit jagderleben. Der Verein werde die restlichen Kosten übernehmen, sodass Schäden weiterhin zu 100 Prozent abgegolten werden können.

 

Geduldsfaden gerissen

Für Bautzens Landrat Michael Harig ist das aber offenbar keine dauerhafte Lösung. Im Interview mit dem "Mitteldeutschen Rundfunk" forderte er jüngst die Entnahme der Raubtiere. Das Umweltministerium solle Maßnahmen gegen das "problematische Wolfsrudel" ergreifen. Er habe einen entsprechenden Antrag zur Entnahme des gesamten Rudels gestellt. "Um die Art Wolf zu schützen, müssen die Bestände reguliert werden, um Konflikte zu minimieren", so Harig.
Auf das gesamte Bundesgebiet bezogen ist die Zahl der von Wölfen gerissenen Nutztiere von 2002 bis 2015 um das 20-fache gestiegen. Das geht aus einer kleinen Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, berichtet "taz.de". Heute sollen in Deutschland laut Bundesamt für Naturschutz 46 Rudel leben. Während der Nabu vor Panikmache warnt, befürchten immer mehr Bauern das Ende der traditionellen Weidehaltung.
BS

 

Wolf bei Drückjagd

Eigentlich wollten wir bei dieser Drückjagd Schalldämpfer testen, doch der Wolf jagte in dem Gebiet und machte und so einen Strich durch die Rechnung...