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Wolf aus dem Reinhardswald bei Höxter bestätigt

In Hessen fotografiert, in Niedersachsen gesichtet, in NRW bestätigt: Der Wolf aus dem Reinhardswald.<div align="right">Foto Jochen Doerbecker</div> © Doerbecker Jochen

Nach 170 Jahren ist wieder ein Wolf durch Nordrhein-Westfalen gestreift. Das ergab eine DNA- Analyse von Tierhaaren, die kurz vor Weihnachten an einem toten Schaf in dem kleinen Örtchen Borgentreich im Kreis Höxter gefunden worden waren, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Recklinghausen jetzt mitteilte. Bei dem Tier handelt es sich vermutlich um einen Wolf, der seit längerem im nordhessischen Reinhardswald lebt. Er habe sich anscheinend nur für einen «kurzen Besuch» in NRW aufgehalten, hieß es. Seit Dezember habe es keine weiteren Hinweise gegeben.
Der letzte Wolf auf dem Gebiet des heutigen NRW war nach Angaben des LANUV im Jahre 1839 geschossen worden. Dies gehe aus historischen Aufzeichnungen hervor, sagte ein Sprecher. NRW bereitet sich nun auf weitere Wolfsbesuche vor. Nach Angaben des für Artenschutz zuständigen Abteilungsleiters des Landes, Georg Verbücheln, ist eine Arbeitsgruppe gegründet worden. Vertreter von Behörden säßen dabei ebenso mit am Tisch wie Schafzüchter, Naturschutz- und Jagdverbände. Oberstes Ziel sei es, die Menschen über den Umgang mit den seltenen Tieren aufzuklären.
Schafzüchter, aus deren Herden möglicherweise Tiere gerissen würden, erhielten vom Land Entschädigung. Der Naturschutzbund (Nabu) in NRW zeigte sich erfreut über die Rückkehr des seltenen Wildtieres. Ein Sprecher wies jedoch darauf hin, dass Schafherden in Ostwestfalen nun mit Zäunen geschützt werden müssten.
Der im Reinhardswald lebende Wolf war im Dezember auch durch den Bramwald in Südniedersachsen gestreift (jagdereben.de berichtete hier). Dort war er in Hannoversch Münden im Kreis Göttingen gesichtet worden, wo er auch ein Schaf gerissen hatte. DJV